Stendal l Freitag sind im Johanniter-Krankenhaus Stendal 1000 Atemschutzmasken angekommen – geliefert aus Burg. Hergestellt wurden sie im Auftrag des Krankenhauses in der dortigen Justizvollzugsanstalt. „Die Masken sind gleich an unsere Mitarbeiter verteilt worden“, informierte Krankenhaus-Sprecherin Claudia Klupsch am Mittag.

Durch den steigenden Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung in Corona-Zeiten seien die Vorräte an kommerziell hergestellten Masken, die üblicherweise über Monate ausreichen, auch im Stendaler Johanniter-Krankenhaus deutlich geschrumpft. „Bis wieder zertifizierte Originalware in ausreichender Menge verfügbar ist, wird zur Lösung der genähten Stoffmasken gegriffen“, erklärte die Sprecherin.

Bei Infizierten gilt hohe Schutzstufe

Genähte waschbare Atemschutzmasken würden selbstverständlich nicht bei allen Indikationen verwendet werden. „Sie sind dazu da, die Weiterverbreitung der Infektion durch symptomfreie Träger zu vermindern. Die genähten Schutzmasken bieten durchgehend einen einfachen Atemschutz, der die Übertragung per Tröpfcheninfektion deutlich einschränkt“, so Claudia Klupsch.

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„Bei der Diagnostik, Therapie und Pflege von infizierten Patienten ist dagegen eine hohe Schutzstufe erforderlich, die nur zertifizierte Masken erfüllen. Bei der Bereitstellung der Schutzausrüstung richten wir uns nach den aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Infektionsstation im Stendaler Krankenhaus (siehe Beitrag auf Seite 15) sind mit Vollschutz ausgestattet – mit FFP 3-Maske (mit höchstem Atemschutz), Schutzvisier, Schutzhaube, Schutzkittel und dicken Nitrilhandschuhen. Claudia Klupsch: „Der Schutz der Mitarbeiter hat oberste Priorität.“

Viele Gruppen helfen mit

Neben der JVA Burg sind auch die Lebenshilfe Osterburg und die Schneiderei des Theaters der Altmark dabei, im Krankenhaus-Auftrag Masken zu fertigen. „Auch Frauen aus verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden nähen für uns. Das Krankenhaus ist dafür sehr dankbar“, sagte Claudia Klupsch.

Weil Atemschutzmasken derzeit Mangelware sind, war das Theater der Altmark sofort bereit, dem Krankenhaus zu helfen. Deshalb näht die Schneiderei des TdA in ihrem Ausweichquartier in der nächsten Zeit Schutzmasken statt Kostüme. Der selbstgenähte Behelf-Mund-Nasen-Schutz besteht aus Baumwolle, die bei 90 Grad waschbar ist oder ausgekocht werden kann. „Es freut uns, dass wir mit der Nähaktion einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus leisten können und das Krankenhaus unterstützen“, sagte Wolf E. Rahlfs, Intendant des Theaters der Altmark, das seinen Spiel- und Probenbetrieb bis zum 19. April eingestellt hat.