Havelberg/Phlippinen l Knapp 10.500 Kilometer entfernt von seiner Heimatstadt Havelberg befindet sich derzeit Volksstimme-Mitarbeiter Dieter Haase. Auf den Philippinen hat er ein privates Spendenobjekt, bei dem ihn etliche Zeitungsleser mit Spenden unterstützen. Jetzt bangt er angesichts der Corona-Krise, ob er wie geplant zurückfliegen kann. „Eigentlich soll ich am Freitag wieder zu Hause sein.

In dieser Woche. So jedenfalls war es mein Plan. Doch Corona bringt auch auf den Philippinen alles durcheinander. Jeden Tag werden Flüge gestrichen. Hier auf dem Dorf sind die Informationen über die Ausbreitung der Krankheit in dem Inselstaat allerdings mehr als spärlich. Einen Fernseher haben nur wenige. Aber trotzdem geht die Ausbreitung der Krankheit an den Menschen in Alcala und auch an mir nicht spurlos vorüber“, schreibt der 60-Jährige am Montag aus dem Ort, wo er vor zwei Jahren erstmals in selbsternannter Hilfsmission hingeflogen ist, um mit seinem Beitrag ein Stück weit Hilfe gegen die Armut zu leisten.

Vorsorglich getestet

Dieter Haase flog im Herbst 2018 zum ersten Mal auf die Philippinen, um die siebenköpfige Familie Seva kennenzulernen. Gleich zu Weihnachten war er wieder da. Im Gepäck etliche Sachspenden sowie Geldspenden, mit denen er dank großer Unterstützung von Volksstimme-Lesern für schöne Weihnachtsgeschenke sorgen konnte. Die Ersten, die die fünf Kinder der Sevas überhaupt jemals bekommen haben. Die jetzige Reise ist die inzwischen fünfte in das asiatische Land. Der Havelberger unterstützt neben der Familie Seva eine Mutter mit ihren sieben Kindern und die Alcala Elementary School, eine Grundschule vom Kindergarten an bis zur Klassenstufe 6. Dieses Mal hat er 3750 Euro an Spenden mit dabei. Geld, das nach der Taifun-Katastrophe im Dezember gut gebraucht werden kann.

Der Havelberger berichtet weiter: „Jeden Tag begegnen mir mehr Leute, jung und alt, mit Mundschutz. Vor drei Tagen war der Dorfpolizist bei ,meiner‘ Familie Seva und hat ihr erklärt, dass ich in dieser Zeit doch lieber zu Hause bleiben sollte. Die Menschen im Dorf, von denen ich viele seit zwei Jahren kenne, würden sich Sorgen machen, dass ich als Ausländer vielleicht doch Corona mitgebracht haben könnte. Noch am gleichen Tag bin ich freiwillig zum Arzt gegangen, um mich checken zu lassen. Das hat sich schnell herumgesprochen und Freunde, Bekannte und viele Dorfbewohner haben ihre Scheu vor mir abgelegt.

Noch kein Coronafall

Am dörflichen Leben, die Straße ist so voll wie immer, hat Corona - hier in der Region gibt es bisher noch keinen Fall - bislang nicht viel verändert. Mit zwei Ausnahmen. Am Sonnabend wurde ein großes Tanz-Event abgesagt, und seit Montag sind alle Schulen geschlossen. Was die Kinder und Jugendlichen hier nicht besonders stört. Denn am 20. März beginnen die fast zehnwöchigen Sommerferien.

Den Termin für meine diesjährige Reise auf die Philippinen habe ich sicher nicht sehr glücklich ausgewählt. Aber er war seit langem so geplant. Und ich konnte wieder vielen armen Familien finanzielle Freude bescheren. Das ist für mich das Wichtigste. Ob ich, wie geplant, nach Hause komme, werde ich sehen. Schon der Hinflug war wegen Corona ein wahrer Albtraum. Denn in London wurde ich nicht in meinen Flieger nach Hongkong gelassen. Mein Koffer schon.... British Airways buchte mich auf einen Direktflug nach Manila um, zum Glück noch am selben Tag.

Wenn es nun mit dem Rückflug gar nicht klappt, bin ich hier für mehrere Wochen ,eingesperrt‘.“ Hoffnung macht die am Dienstag angekündigte Rückholaktion der Bundesregierung von Urlaubern auch von den Philippinen.