Zur Geschichte

Den Anstoß für den Haltepunkt gaben im Jahr 2001 die Stendaler Frank Barby und Michael Trösken.

2004 war an der Hochschule Magdeburg-Stendal eine Bedarfsanalyse vorgenommen worden.

2009 gab der damalige Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, seine Zusage für den Bau. Bis zum Jahr 2013 sollte das Projekt umgesetzt werden.

Stendal l Manche Dinge brauchen nun mal ihre Zeit. Der Bahnhaltepunkte am Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal ist dafür ein Paradebeispiel. Schon vor knapp 20 Jahren gefordert, verging Jahr um Jahr, doch nichts passierte. Nun ist die Zeit des Wartens offenbar vorbei. Wie die Volksstimme per Anfrage bei der Deutschen Bahn erfuhr, ist der Baubeginn im Sommer 2021 geplant. In Betrieb genommen wird der Haltepunkt voraussichtlich ein Jahr später.

„Die zukünftige Station wird ‚Stendal Hochschule‘ heißen. Sie wird an der Eisenbahnüberführung Ecke Osterburger Straße/Mannstraße gebaut werden“, teilt Jörg Bönisch, Pressesprecher der Deutschen Bahn für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit. Über die Kosten könne er noch keine Angaben machen. Finanziert werde das Projekt sowohl vom Land als auch von der Bahn.

Aufbau des Bahnhofs an der Hochschule

Frühere Schätzungen gingen von einer Investitionssumme von 2,3 Millionen Euro aus. Bestehen wird der Bahnhof laut Bönisch unter anderem aus zwei Rampen, zwei Außenbahnsteigen, zwei Treppen und eine LED-Beleuchtungsanlage. Die Deutsche Bahn rüstet den Haltepunkt außerdem mit einem dynamischen Schriftanzeiger für die Reiseinformation und Wetterschutz aus. Hinzu kommen Sitzmöglichkeiten, Müllbehälter sowie Fahrplan- und Aushangvitrinen.

Die Verzögerung begründet der Pressesprecher mit den Bauarbeiten am Stendaler Hauptbahnhof. Diese hätten direkten Einfluss das Hochschul-Projekt. „Wegen der Auswirkungen auf den Zugverkehr ist es nicht möglich, an zwei Stellen in unmittelbarer Nachbarschaft zu bauen“, sagt Jörg Bönisch.

Hochschulleitung in Stendal ist glücklich

Die Hochschulleitung ist jedenfalls hocherfreut, dass die Arbeiten in Bälde beginnen. Der Attraktivität der Hochschule könne das nur zuträglich sein. „Wir begrüßen die Einrichtung des Haltepunktes sehr. Er erleichtert den Zugang zum Campus erheblich“, sagt Professor Volker Wiedemer, Prorektor des Stendaler Campus. Außerdem verbessere sich die Erreichbarkeit von Städten wie Magdeburg, Hambur, Berlin oder Wolfsburg.

Aber auch unter dem Aspekt der besseren Vernetzung mit dem Magdeburger Standort würde Stendal in großem Maße profitieren. Dies umso mehr, weil im kommenden Jahr ein Semesterticket für alle in der Hansestadt immatrikulierten Studenten eingeführt wird. „Fahrten nach Magdeburg sind dann nicht mit weiteren Kosten verbunden“, so Volker Wiedemer.

Befürchtungen, dass in Folge der besseren Erreichbarkeit sich mehr Bewerber entscheiden, nach Magdeburg zu ziehen und zu den Vorlesungen zu pendeln, teilt der Prorektor nicht. Stattdessen bestehe die Chance, die Anziehungskraft des Standortes für jene zu erhöhen, die bereits in Magdeburg oder in den Ortschaften entlang der Bahnstrecke wohnen. „Dies kann sich positiv auf die Zahl der Bewerbungen auswirken. Umgekehrt kann ein weiterer Anreiz entstehen, in Stendal zu wohnen, wenn die kostengünstige Anbindung an eine Großstadt erleichtert wird“, sagt Volker Wiedemer.