Impfzentrum Stendal

Die Parksituation des Impfzentrums in Stendal an der Osterburger Straße läuft aus dem Ruder

Von Leon Zeitz
Die Besucher des Impfzentrums in der Osterburger Straße in Stendal belegen die Fläche, die eigentlich als Wendeschleife für die Müllabfuhr gedacht ist, obwohl ein Schild darauf hinweist. Fotos: Leon Zeitz

Stendal

Immer wieder fahren Autos auf die Fläche vor dem Impfzentrum an der Osterburger Straße in Stendal. Es ist beinahe wie am Fließband. Kaum ist eines weg, kommt schon das nächste. Das Impfzentrum in Stendal ist gut besucht. Die Leute können es kaum erwarten, endlich die langersehnte Impfung zu erhalten. Allerdings sorgt die Parksituation um das Impfzentrum herum bei den Anwohnern für Unmut – die Autos versperren die Zufahrt für die Müllabfuhr.

Ein Straßenschild macht darauf aufmerksam, dass es sich bei der freien Fläche in der Nähe des Impfzentrums um eine Wendeschleife für die Müllabfuhr handelt und dort nicht geparkt werden darf. Beachtet wird es allerdings von den Besuchern nicht. Die Anwohner beschweren sich darüber, dass der Platz dauernd belegt ist und die Müllabfuhr den Müll nicht mehr abholen kann. Wenn diese nicht durch kann, fährt sie nämlich weiter. So haben es schon einige Mieter beobachten können.

Für Autofahrer ist die Fläche sehr attraktiv. Sie ist relativ groß, befindet sich quasi direkt vor dem Impfzentrum und so haben sie einen kurzen Weg. Dennoch ist das Parken dort verboten.

Einsicht über ihren Parkverstoß zeigen nur die wenigstens Falschparker. Viele geben an, dass sie doch nur kurz ihre Eltern beziehungsweise Großeltern zum Impfen bringen oder wieder abholen wollen. Andere berufen sich darauf, dass es sonst keine anderen Parkflächen in der Nähe gäbe. Nicht korrekt, sagen die genervten Anwohner. Denn der Parkplatz der Hochschule könnte genutzt werden. „Woher soll ich das denn wissen?“, geben viele Autofahrer als Antwort, wenn sie auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden. Dann kommt auch noch das Schwarmdenken hinzu. Frei nach dem Motto: „Wenn andere es machen, dann kann es ja nicht so schlimm sein.“ Einige Fahrer geben auch an, das Schild nicht gesehen zu haben.

Die Situation ist kein unbekanntes Problem

Das Problem der Parkverstöße ist der Stadt bekannt und wird auch in Angriff genommen, wie Armin Fischbach auf Nachfrage der Volksstimme mitteilt. Der nicht abgeholte Müll sei jedoch neu für ihn. „Der Grund für die Parksituation ist die enge Taktung der Impftermine“, sagt er. Diese befinden sich meistens in einem zehn bis fünfzehnminütigen Abstand, wodurch das hohe Verkehrsaufkommen, vor allem am Vormittag, erklärt werden kann.

Um das Problem anzugehen, wurden bereits zusätzlich mobile Parkverbotsschilder aufgestellt. Zudem sorgen regelmäßige Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei dafür, dass zumindest einige Falschparker für ihr Verhalten Verantwortung tragen müssen. Diese würden dreimal täglich patrouillieren, so Armin Fischbach. Doch wird dadurch auch nicht mehr Platz geschaffen. „Das Ordnungsamt kassiert Geld ein, doch bleiben wir trotzdem auf unserem Müll sitzen“, ärgert sich ein Anwohner über die derzeitige Situation.

Über Lösungsansätze wird bereits diskutiert

Um die Situation in den Griff zu bekommen, wird zurzeit über eine bessere Parkordnung an der Osterburger Straße nachgedacht. „Es soll auf mehr Parkflächen, die extra für das Impfzentrum in der Osterburger Straße bestimmt sind, hingewiesen werden“, erklärt Armin Fischbach. Der Parkplatz der Hochschule wurde dabei jedoch noch nicht in den Blick gefasst. Zudem wird überlegt, den Weg zum Impfzentrum als Sackgasse zu kennzeichnen, um Autofahrer davon abzuhalten den Wendeplatz zu belegen.

Die Mieter der Wohnräume haben ihre ganz eigenen Ideen, wie man eine Lösung für das Problem finden kann. „Einheimische könnten doch einfach mit einem Bus zum Impfzentrum gefahren werden“, schlägt ein Anwohner vor.

Wichtig ist für die Leute, dass etwas gegen die Falschparker unternommen wird. „Wir können ja verstehen, dass die Menschen endlich ihre Impfung bekommen wollen, doch die Situation ist nicht schön mit anzusehen. Letztendlich würden alle davon profitieren, wenn gegen das Problem etwas getan werden würde“, sagt eine Seniorin, die in der Osterburger Straße wohnt.

Ein Schild gibt eindeutig über das Halteverbot Auskunft.
Leon Zeitz