Stendal l Wenn Michael Trösken sich den Film "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" anschaut, in dem es um untergetauchte Juden in Berlin während des Zweiten Weltkrieges geht, wird er sicher auch wieder an den Tag im April 2016 denken, als er zu Dreharbeiten nach Berlin gefahren ist – entgegen dem ursprünglichen Plan sogar direkt mit dem Oldtimer. Für besagten Drehtag, es war der 4. April 2016, war der Opel 1,3 Liter von Michael Trösken geordert worden. Nicht die erste Erfahrung des Stendalers an einem Filmset.

Zwei Stunden unterwegs

„Geplant war, dass meine Frau und ich den Opel auf dem Hänger zum Filmset bringen. Aber am Sonntag beim Aufladen haben wir festgestellt, dass die komplette Beleuchtung des Hängers ausgefallen war und nicht sofort repariert werden konnte“, erinnert sich Michael Trösken, der Mitglied des Vereins Nordwall-Classic-Garage ist, im Volksstimme-Gespräch. Also musste umdisponiert werden. „Wir sind das Risiko eingegangen, auf eigener Achse nach Berlin zu fahren“, berichtet der Autoliebhaber. Drehbeginn sollte um 9 Uhr in der Großen Hamburger Straße sein, wo die Stendaler nach mehr als zwei Stunden Fahrt auch gut angekommen waren. Trösken: „Die Hälfte der Zeit brauchten wir für die 15 Kilometer in Berlin beim frühmorgendlichen Stau.“

Für diesen Tag hatte das Filmteam außerdem ein Motorrad, einen Lastwagen und einen Lieferwagen geordert, wie sie in den 1940er Jahren in Berlin zum alltäglichen Straßenbild gehört haben. Es sollte eine Szene im Straßenverkehr gedreht werden. Doch im Mittelpunkt stand an diesem Drehtag eine Telefonzelle, in der ein Gestapo-Mann einen der untergetauchten jüdischen Jugendlichen beim Telefonieren entdeckt. „Dazu stellten wir mit unseren Oldtimern neben den Komparsen als Fußgänger und Radfahrer den Straßenverkehr dar“, erzählt Michael Trösken: „Diese Aufnahmen zogen sich dann bis zum späten Nachmittag hin. Die meiste Zeit haben wir aber mit Warten verbracht.“

Abend-Dreh abgesagt

Als die Szene an und in der Telefonzelle im Kasten war, sollten noch Aufnahmen in einer benachbarten Gaststätte gemacht werden. „Wir sollten eigentlich draußen vorbeifahrende Fahrzeuge darstellen, aber der Zeitpunkt für unseren Einsatz wurde immer wieder verschoben und nach endlosem Warten um 21 Uhr dann ganz fallen gelassen. Damit waren wir entlassen und konnten im Dunkeln die Heimfahrt antreten“, berichtet Trösken. Gegen 23.30 Uhr kamen er und seine Frau wieder wohlbehalten mit dem über 80 Jahre alten Opel in Stendal an.