Stendal l Er ist einer der größten Arbeitgeber der Region und eine der größten Ehrenamtlichen-Organisationen: der DRK-Kreisverband Östliche Altmark. 3226 Frauen und Männer sind Mitglieder, davon 416 als Mitarbeiter im Verband. An all diese Menschen, insbesondere die Ehrenamtlichen und die Ortsvereine als Basis, richteten sich am Sonnabend die vor 49 Delegierten gesprochenen Worte des Vorstandsvorsitzenden Frank Latuske, der auf der Jahreshauptversammlung sagte: „Sie haben durch Ihr unermüdliches Engagement das DRK im Landkreis Stendal zu dem gemacht, was es ist, und das dürfen wir nicht als selbstverständlich erachten.“

Von Kita bis Wasserwacht

Die Werte des DRK bekannt zu machen, sei eine immerwährende Aufgabe und es gelte, so Latuske, das gesamte Spektrum abseits von Blutspende und Kleiderkammern nach außen zu tragen: „Wir müssen unsere Vielfalt deutlich machen.“ Das DRK ist in der Ostaltmark sehr vielfältig präsent: Es betreibt nicht nur Kitas und Seniorenheime, sondern auch Begegnungsstätten, Sozialstationen, Kinder- und Jugendhilfe, diverse Beratungsstellen, Schulsozialarbeit, die Sanitätsbereitschaft wie auch Rettungshundestaffel und Wasserwacht.

Dass der Vorstandsvorsitzende diesen dringlichen Appell aussprach, hat seinen Grund vor allem in der nach wie vor schwindenden Mitgliederzahl. Der Rückgang sei zum einen demografisch bedingt, zum anderen herrsche aber auch ein verschärfter Wettbewerb. Mitglieder bedeuten auch Mitgliedsbeiträge und Fördermittel, „und nur daraus können wir unsere ideellen Aufgaben finanzieren“, verdeutlichte Latuske.

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Der Versuch, über eine gezielte Mitgliederwerbung durch persönliche Ansprache mehr Mitstreiter zu gewinnen, sei nicht erfolgreich gewesen. Darum schlägt Latuske vor, eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft in diesem Jahr zu reaktivieren.

Erstmals ausländische Azubis

Neben solcherlei Besorgnis hatte Frank Latuske aber auch Erfreuliches zu berichten: „In finanzieller Hinsicht ist es uns gelungen, den Kreisverband in ruhigem Fahrwasser zu halten.“ Und aus der ernüchternden Erkenntnis heraus, dass „immer weniger Jugendliche bereit sind, sich beruflich in der Wohlfahrtspflege zu qualifizieren“, und der Fachkräftemangel seine Spuren hinterlasse, werde man 2020 erstmals ausländische Azubis im Kreisverband ausbilden, nämlich acht Vietnamesinnen und Vietnamesen. „Die, die sich für eine Ausbildung in Deutschland entscheiden, sind hochmotiviert und haben Mut.“

Ermutigt und im Grunde zuversichtlich zeigte sich nach seinem ersten Jahr als Kreisverbandspräsident auch Jörg Hellmuth. „Es war ein Jahr intensiver Arbeit, in meinem eigenen Ortsverband in Havelberg teils unter widrigen Bedingungen.“ Wenngleich die Sorge um die Mitgliedergewinnung bestimmend gewesen sei, konnten doch „alle Bereiche der ehrenamtlichen Arbeit aufrechterhalten werden“.

Vollendete und künftige Baustellen

Neben dem Blick auf 20 Jahre Ferienfreizeit „Holzschuh“, die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreue, und auf den dritten Rotkreuzball, der diesmal im Zeichen von 30 Jahre Mauerfall stand, hob Hellmuth auch die Arbeit im Netzwerk „Respekt – Für Teilhabe und gegen Diskriminierung“ hervor, wofür die Bildungs- und Begegnungsstätte Amicus Anlaufstelle in Stendal ist. Die wiederum gerät in ihren Räumen in der Stadtseeallee an ihre Kapazitätsgrenzen, wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist. Und vor allem hapere es an der barrierefreien Zugänglichkeit, was wiederum die Realisierung künftiger Projekte gefährde, denn: „alle Finanzierungsgeber fordern Inklusion und somit Barrierefreiheit“.

Während dies also noch eine buchstäbliche Baustelle ist, gab es 2019 einige erfolgreich beendete Vorhaben. Dazu zählte Hellmuth den Ersatzneubau für die Tagespflege in Tangermünde, während in Seehausen die Sozialstation ihr neues Domizil bezogen hat. Derweil wurden in der Osterburger Sozialstation die einstigen Garagen zu Arbeitsräumen umgebaut und in Hohenberg-Krusemark der erste Spatenstich für den Neubau, der Kita und Tagespflege beherbergen soll, vollzogen.