Arneburg l Eine Person treibt regungslos in der Elbe. Mit Blaulicht rast ein Rettungsboot heran. Am Ufer stehen Badegäste und halten den Atem an.

Geschwind springt eine Rettungsschwimmererin ins Wasser und fixiert den in Not Geratenen. Eine gelbes Plastikbrett, genannt Spineboard, wird zur Hilfe genommen, um die verunglückte Person, bei der eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist, sicher an Bord zu bringen. Ein Kraftakt für die Besatzung.

Arneburger hat die Idee

Dann hebt der Mann am Steuerstand den Arm, um zu signalisieren, der Verunglückte ist in Sicherheit. Nun würde eine weitere medizinische Versorgung folgen – im Ernstfall. Doch dieser liegt hier nicht vor. Die Rettungsaktion, die sich an diesem Sonnabend in der Elbe bei Arneburg viele Male wiederholt, gehört zu einer Fortbildung für Mitglieder der DRK-Wasserwachten Stendal, Salzwedel und Ostprignitz-Ruppin. Die Schaulustigen auf dem Hafengelände haben es längst erkannt, sie verfolgen nun mit Interesse das Training im Elbestrom.

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Insgesamt beteiligten sich 25 Bootsführer und Rettungsschwimmer an der ersten Großübung, die nach den strengen Restriktionen der Corona-Pandemie wieder ausgetragen werden konnte. Es war die Idee von Hartmut Ziehm, das Training für ehrenamtliche Mitglieder der drei Wasserwachten auf dem Areal seines Heimathafens in Arneburg zu veranstalten.

Corona behindert Fortbildung

Zum Termin am Wochenende war ursprünglich das jährliche 15-Kilometer-Langstreckenschwimmer auf dem See in Neuruppin vorgesehen. „Wegen Corona wurde es abgesagt“, erinnert sich Ziehm, der daraufhin vorschlug: „Kommt zum Training nach Arneburg.“ Der 68-Jährige lockte vor allem damit, dass die Bootsführer auf dem Elbestrom mal richtig Gas geben könnten.

Und die „Kapitäne“ nutzten die Chance gleich bei der ersten Schulungsaufgabe, dem Fahren und Manövrieren auf der „Flussautobahn“. Das 115 PS starke Schlauchboot der Salzwedeler wurde wie auch das Rettungsboot der Prignitzer, mit zwei 80-PS-Motoren ausgestattet, aufgedreht. Letzteres schaffte umgerechnet 60 km/h. „Durch die Katamaranbauweise liegt es wie ein Aal im Wasser“, sagt Kevin Steddin. Der Neuruppiner war vom Trainingswochenende begeistert: „Tolle Vorbereitung und Bedingungen. Arneburg bietet sich bestens fürs Training an.“

Kommunikation ist A und O

Zufrieden zeigte sich auch Ulf Sachse aus Salzwedel. Der Wasserwacht-Kreischef stellte den Ausbildungsplan mit zusammen und leitete für eine Gruppe die Knotenkunde. Und wie an allen Stationen halfen auch hier die Erfahrenen den Jungen. „Es ist wichtig, dass die Ausbilder die Leute zusammenschieben. Von allein passiert das nicht“, sagt Hartmut Ziehm. Deshalb wurden die Teams der einzelnen Wasserwachten gemischt, ob bei den verschiedenen Tauchübungen, beim Retten vom Boot aus oder Durchschwimmen der Elbe.

„Im Erstfall muss die Kommunikation funktionieren und jeder Handgriff sitzen“, sagt Franziska Schütz, Pressesprecherin beim DRK-Kreisverband Östliche Altmark. Sie freute sich, dass die erste und wegen Corona wohl einzige Übung in diesem Jahr so gut angenommen wurde.