Stendal l „Na, wie geht‘s euch? Seid ihr aufgeregt?“ Rolf, ein Kölner mit Schnäuzer, schlendert in der abgesperrten Zone vor dem „DSDS“ -Castingtruck hin und her, spricht mit den Kandidaten. „Ich mache hier und da mal ein Späßchen, sorge dafür, dass die Kandidaten nicht zu nervös sind.“ Diese sitzen unter einem aufblasbaren Schattenspender, warten darauf, in einem Sprinter vor einer zweiköpfigen Jury singen zu dürfen. Schaulustige, Freunde und Familie bleiben wenige Meter entfernt hinter einem rot-weißen Flatterband zurück.

Am 22. August ist in Düsseldorf die Casting-Tour für die 15. Staffel des Gesangswettbewerbs gestartet. Vier Castingmobile sind seither in ganz Deutschland unterwegs, fahren fast 60 Städte an. Immer auf der Suche nach unentdeckten Gesangstalenten. „Was wir brauchen ist das Gesamtpaket“, sagt eine Mitarbeiterin der Produktionsfirma Ufa, die in Stendal die Teilnehmer bewertet. „Wichtig sind Stimme und Ausstrahlung. Es bringt uns nichts, wenn jemand eine tolle Stimme hat, aber beim Singen nur auf den Boden guckt.“

Angelina Schwotzer ist so eine Kandidatin, bei der das Gesamtpaket stimmt. Die 27-Jährige hat bisher nur für sich vor dem Badezimmerspiegel gesungen. Jetzt reist sie am kommenden Sonnabend nach Köln. „Wenn es dort gut läuft, kann ich am selben Tag noch vor Dieter Bohlen stehen“, sagt sie und zündet sich erst einmal eine Zigarette an. Mit zwei deutschsprachigen Liedern konnte sie überzeugen, „das dritte Lied habe ich dann gemeinsam mit der Jury ausgesucht“. Sie einigten sich auf einen Titel von der Band Silbermond. „Jetzt brauche ich erst mal eine Brause und dann geht‘s zum Baden“, sagt die Salzwedelerin und lacht.

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Spontane Teilnahme am Casting

Kurz nach ihr haben Sarah Vollerthum und Isi Meyer das Fahrzeug betreten – und konnten ebenfalls beide überzeugen. „Eine Arbeitskollegin hat mich vorhin noch getriezt und gesagt, ich soll doch hingehen“, sagt Isi Meyer aus Schollene. So richtig fassen kann sie es noch nicht, dass sie gerade das sogenannte offene Casting überstanden hat. „Aber die Jury meinte, ich sei sehr erfrischend und jung. Dabei bin ich mit meinen 27 Jahren hier ja die Älteste“, sagt sie und lacht.

Sarah Vollerthum aus Wittenberge reiste auch spontan an. „Stendal lag ja in der Nähe. Andere Städte wie Berlin waren für mich einfach zu weit weg, dafür dass man nur eine Fifty-fifty-Chance hat“, sagt die angehende Erzieherin. Mit Liedern von Amy Winehouse und Adele hatte sie sich wahrlich keine einfachen ausgesucht, geklappt hat es trotzdem. „Ich singe seit ich 13 Jahre alt bin, hatte auch zwei Jahre Gesangsunterricht.“ Dass sie an dem Casting teilnimmt, hat Vollerthum trotzdem nur drei Personen erzählt. „Wenn‘s dann doch nicht klappt, fragt ja jeder nach. Das wollte ich umgehen.“

Tipps von der Jury fürs nächste Mal

Aber nicht jeder kann weiterkommen. „Es war mein Traum, das war schon immer so“, sagt Lisa-Marie Heinrich aus Sandau, die nach ihrem Ausscheiden sichtlich enttäuscht ist. „Natürlich bin ich ein bisschen gekränkt, aber ich werde es noch einmal probieren.“ Die Jury habe ihr auch Tipps gegeben, was sie beim nächsten Mal besser machen könne. Zum Beispiel mehr aus sich heraus gehen.

„DSDS“ ist auch nach 15 Jahren eine der erfolgreichsten Shows im deutschen Fernsehen. Die 15. Staffel wird Anfang 2018 zu sehen sein, der genaue Starttermin liegt noch nicht vor. Jurymitglied Dieter Bohlen und Moderator Oliver Geissen werden in der kommenden Staffel erneut dabei sein. Die weitere Besetzung wird Anfang Oktober bekannt gegeben.