Trägerverein fürchtet Sparhaushalt der Landesregierung

Dunkle Wolken über Stadtsee: Kidsclub sorgt sich um Zukunft

Von Nadin Hänsch

Stendal l Nach 15 Jahren Kidsclub sieht Samuel Kloft, Leiter des Soziokulturellen Zentrums Kidsclub und Jugendclub Eckstein, mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Er ist besorgt um die weitere Gewährleistung der pädagogischen Betreuung.

"Die Landesregierung sieht in nächster Zeit eine Verabschiedung des Sparhaushaltes vor. Das sogenannte ¿Feststellungsprogramm und Jugendpauschale\' zur Bereitstellung von finanziellen Mitteln für Einrichtungen wie unsere könnte so massive finanzielle Einschnitte erleiden."

Die Konsequenz wäre, dass sich der Verein keine Betreuer mit pädagogischer Ausbildung mehr leisten könnte. Derzeit besteht das Team aus drei ausgebildeten Betreuern, wovon zwei sich allerdings eine Stelle teilen müssen, Praktikanten, Ein-Euro-Jobbern und jungen Leuten, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.

Alles in Eigeninitiative renoviert und aufgebaut

Stolz erzählt Kloft, wie der Kids-club vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde. "Es gab damals das Café Eckstein, welches leider schließen musste, da der Mietvertrag gekündigt wurde." Die Stadt Stendal stellte daraufhin eine alte Kinderkrippe in sehr marodem Zustand zur Verfügung. "Wir haben alles in Eigeninitiative renoviert und aufgebaut." 1998 wurde der Kidsclub dann offiziell eröffnet, und zwei Jahre später folgte der Jugendclub Eckstein.

In den Kidsclub können Kinder von vier bis zwölf Jahren kommen, der Jugendclub steht für Jugendliche bis 27 Jahre offen. Samuel Kloft erklärt: "Wir haben ein öffentliches Programm und die Kinder können kommen, wie sie Lust haben". Viele Familien haben mit sozialen Herausforderungen zu kämpfen, Armut und Arbeitslosigkeit machen sich stark bemerkbar und häufig mangelt es den Kindern an vielen Dingen wie Spielzeug und einer Nachmittagsbetreuung. "Wir versuchen, diese Lücke zu füllen, um den Kindern und Jugendlichen positive Impulse fürs Leben zu geben." Im Durchschnitt werden dort täglich etwa 30 Kinder und Jugendliche betreut.

Neben Freizeitbeschäftigung auch Hausaufgabenbetreuung

Susanne Pauck, Pädagogische Betreuerin dieser Einrichtung, sagt: "Viele Eltern schicken ihre Kinder gern hierher." Sie sei sehr daran interessiert, auch die Eltern mit einzubeziehen, da Stadtsee III als sozialer Brennpunkt gilt. "Wir bieten den Kindern nicht nur eine Freizeit-, sondern auch eine Hausaufgabenbetreuung an." Der Verein "Lebendige Steine " öffnet nun schon seit 15 Jahren mitten in Stadtsee die Türen von Kids- und Jugendclub und ist eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Fest steht für Pauck jedoch: "Auch wenn es den Kidsclub dieses Mal nicht betrifft, muss dafür eine andere Einrichtung unter dem Sparkurs der Landesregierung leiden".