Stendal/Berlin l Dass er in der Berliner Senatsverwaltung das Bundesverdienstkreuz überreicht bekommen würde, war für Elimar Brandt keine Überraschung, als er sich mit seiner Frau Katrin Arndt auf den Weg zur Feierstunde gemacht hat. Als er Anfang Oktober per Brief davon erfahren hatte, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen hat, „war das aber schon eine Riesenüberraschung“, sagt der Vorstand der Stendaler Borghardtstiftung und verrät, „ein paar Tränen der Rührung“ in den Augen gehabt zu haben. Die Urkunde hatte der Bundespräsident bereits im Juli unterschrieben, „aber es war immer schwierig, einen Termin zu finden“, erzählt der 71-Jährige. Drei weitere Orden wurden an diesem Nachmittag in Berlin überreicht, einer an Schauspielerin Eleonore Weisgerber-Bliese.

Mit dem Bundesverdienstkreuz wird unter anderem ehrenamtliche Arbeit gewürdigt. Beim Theologen Elimar Brandt kommt da einiges zusammen – in den vergangenen Jahrzehnten und aktuell. Er war „30 Jahre eine prägende Persönlichkeit der Immanuel Diakonie Group und der Gesundheitsszene in Berlin und Brandenburg“, sagte Dilek Kolat (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, während der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes. Elimar Brandt ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender der 2013 gegründeten Pflege-Zukunfts-Initiative (PZI), eines Vereins, der sich für eine qualitativ hochwertige Pflege in der Zukunft einsetzt und in kurzer Zeit zu einem zentralen Dialogforum für die Länder Berlin und Brandenburg geworden ist. Brandt engagiert sich ehrenamtlich in einem Projekt für die Entbürokratisierung im Gesundheitswesen, übernimmt demnächst auf Bitte der Senatorin einen Arbeitskreis zur Umsetzung der Hospiz-Charta in Berlin. In vielen Vereinen und Initiativen hat er mitgearbeitet, meist in leitender Funktion – im Gesundheits- und Pflegebereich ebenso wie in der Entwicklungshilfe.

Für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen worden war er von einem Kollegen, den er 2011 bei einem gemeinsamen Projekt kennengelernt hatte. Es ging um die Schulung pflegender Angehöriger. Besagter Kollege jedenfalls hatte im vorigen Jahr, zum 70. Geburtstag von Elimar Brandt, in der Laudatio gehört, was der Jubilar ehrenamtlich schon alles gemacht hat und macht – und hat noch während der Feier zu anderen gesagt: „Wenn der Elimar noch kein Bundesverdienstkreuz hat, dann müssen wir uns darum kümmern.“

In den vergangenen Tagen hat Brandt viel Post bekommen. Unter anderem von einem Handwerker einer Klinik, die er früher geleitet hat. „Wenn es einer verdient hat, dann Sie“, stand in dem Schreiben. „Das hat mich emotional sehr berührt“, sagt der 71-Jährige, der seit 2012 Vorstand der Borghardtstiftung zu Stendal ist. Dort im Beruf, aber auch bei den Ehrenämtern kann er auf engagierte Mitstreiter setzen. Er brauche immer ein Team um sich, sei keiner, der allein aktiv sein möchte, sagt Elimar Brandt. Dass er jetzt mit 71 Jahren in Stendal „noch so eine schöne Aufgabe mit einem so großartigen, besonderen Team hat, ist eine gute Zugabe Gottes“, freut sich Elimar Brandt: „Dafür bin ich richtig dankbar und fröhlich.“