Stendal l Um elf für Beschaffungskriminalität typische Straftaten geht es seit der Vorwoche für einen gerichtsbekannten 26-jährigen Stendaler am Landgericht. Er soll in eine Kita, Geschäfte sowie in Altenheime und Wohnungen eingedrungen sein und Mitarbeiter und/oder Bewohner bestohlen haben, um mit der Beute gewerbsmäßig seine Drogensucht zu finanzieren. Im Fall des Einbruchs in ein Gartencenter am Friedhof in der Borghardtstraße soll er in der Nacht zum 28. Mai vorigen Jahres einen Pflasterstein nach einem Wachdienstmitarbeiter geworfen, diesen aber verfehlt haben. Auf der Flucht ohne Beute verlor er dann auch noch sein Handy.

Auf frischer Tat erwischt

In einer Kita in derBismarckstraße rempelte er am 23. Januar dieses Jahres einen Hausmeister an, der ihn auf frischer Tat ertappt hatte, und flüchtete mit der Beute von 30 Euro.

Schuldfähigkeit klären

Für den Angeklagten geht es in dem Prozess um die mögliche Unterbringung im Maßregelvollzug. Ob der Drogenkonsum Einfluss auf seine Steuerungsfähigkeit und damit auf die Schuldfähigkeit hatte, soll das Gutachten eines Psychiaters klären helfen. Dieses Gutachten könnte ausschlaggebend für den Verfahrensausgang sein. Beim Prozessauftakt legte der 26-Jährige ein Geständnis ab. Er gab er aber vor, sich an etliche der angeklagten Taten nicht erinnern zu können. Täglich hätte er Marihuana und Amphetamin konsumiert. Später räumte er auch noch den Konsum von Crystal Meth ein. „Woher hatten Sie das Geld dafür?“, wollte die Vorsitzende Richterin Simone Henze-von Staden wissen. „Ich bin klauen gegangen“, gab der Angeklagte zu. Auf Diebestour sei er immer mit dem Fahrrad gewesen.

An jedem Tag klauen gegangen

Zu den weiteren Taten: Am 15. August stahl er laut Anklage in einem Fliesenfachgeschäft den Rucksack eines Mitarbeiters, mit 100 Euro Bargeld, Navigationsgerät und Papieren darin. Am 18. August entwendete er sowohl einer Besucherin als auch einem Bewohner des Altenheims am Schwanenteich die Geldbörse. In derselben Einrichtung war er in den Tagen darauf noch mehrfach aktiv, mal mehr und mal weniger erfolgreich.

Am 19. August ließ er erst in einer Pflegeheim in der Osterburger Straße die Geldbörse einer Mitarbeiterin mit 160 Euro und Papieren mitgehen, um in der Nacht darauf in ein Schlafzimmer im Nordwall einzudringen. Als die Bewohnerin wach wurde, flüchtete er ohne Beute. Ebenfalls ohne Beute flüchtete er am 20. August aus einem Bewohnerzimmer im Altenheim in der Blumenthalstraße. Am selben Tag fasste ihn die Polizei und stellte Drogen bei ihm sicher.

Mit Fußfesseln vor Gericht

Zurzeit ist der 26-Jährige vorläufig im Maßregelvollzug untergebracht, er trägt auch während der Verhandlung Fußfesseln.