Stendal l Es ist es mal wieder soweit. „Der Stadtsee fängt an zu stinken“, hadert Wolfgang Breitenfeld. Unser Volksstimme-Leser aus Stendal gehe jeden Tag mehrmals um den See mit seinem Hund spazieren und habe festgestellt: „Es sieht nicht mehr so schön aus wie vor etlichen Jahren.“ Uferbereiche seien ungepflegt, ebenso Blumenbeete.

Großes Fischsterben 2019

Weil die Uchte zu wenig Wasser führt und die Wehrbauwerke defekt sind, „findet im Stadtsee kein Durchfluss statt“. Mit Sorge beobachtet Wolfgang Breitenfeld, wie sich massenhaft Grünalgen gebildet haben, die dem Wasser den Sauerstoff nehmen. Da es wie im Vorjahr sehr heiß sei, befürchte er erneut ein Fischsterben mangels Sauerstoff im städtischen Gewässer.

Im August 2019 sind Tausende Fische erstickt, 2,5 Tonnen Kadaver mussten entsorgt werden. Da der 9,6 Hektar große See durchweg flach ist, haben Feuerwehr und THW im Vorjahr mit Pumpen das Wasser umgewälzt und so für eine Belüftung gesorgt. Nun ist der Pegelstand erneut gesunken und herrschen Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. „Plant die Stadtverwaltung wieder eine Wasserbelüftung?“

Tiefenbelüftung geplant

Die Frage unseres Lesers verneint die Verwaltung. „Von Seiten der Stadt sind derzeit keine Aktionen vorgesehen“, teilt Armin Fischbach aus der Pressestelle im Rathaus auf Volksstimme-Anfrage mit. Es gebe zudem keine Indizien für ein erneutes Fischsterben. Tote Tiere am Ufer liegend, seien bisher nicht gemeldet worden. „Es gab lediglich den Hinweis über einen toten Krebs in der Nähe des Tiergartens. Dieser stellte sich jedoch als Fehlalarm heraus. Der Krebs hatte lediglich seine Schale abgeworfen“, berichtet Fischbach.

Währenddessen werde im Rathaus das Projekt für die Tiefenbelüftung durch eine sogenannte Regenerationsanlage verfolgt. Um es voranzutreiben, bedarf es vorab einer Entscheidung des Stendaler Stadtrates. Das dafür im Haushalt geplante Geld (40.000 Euro) ist mit einem Sperrvermerk versehen und müsste noch freigegeben werden, sagt Fischbach.