Uenglingen l Neugierig schauten die Mädchen und Jungen des „Spatzennestes“, als sich am Freitag gleich mehrere Herren mit Anzug, Schlips und Kragen in ihrer Kita ein Stelldichein gaben. Einer von ihnen, Finanzminister André Schröder, bemühte sich, diese Neugier zu befriedigen. Er erzählte locker mit den Knirpsen und sagte, er habe etwas mitgebracht, etwas für die Kindertagesstätte.

Dabei handelt es sich um einen Förderbescheid: 942.867 Euro stellen der Bund und das Land Sachsen-Anhalt für den Neubau der Uenglinger Kindertagesstätte zur Verfügung. Darüber freuten sich vor Ort Ortsbürgermeisterin Harriet Tüngler, die den Bescheid entgegennahm, Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), Landtagsmitglied Hardy Peter Güssau (CDU) sowie nicht zuletzt das Kita-Team um Leiterin Andrea Stoppok.

Im Vorjahr war 65. Geburtstag

Die Kinder indes schauten weiter neugierig drein. Also versuchte es der Minister ein wenig bildhafter: Wenn er die Summe, die auf dem Bescheid steht, in Ein-Euro-Münzen – „Die kennt ihr doch bestimmt“ – mitgebracht hätte, könnte damit das „Spatzennest“ aufgebaut werden. Staunende Gesichter bei den Kindern.

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Wann der Startschuss der Bauarbeiten fürs neue Haus fällt, ist noch offen. Möglicherweise im Spätsommer, erklärte Schmotz auf Nachfrage. Der Einzug könne dann im Laufe des kommenden Jahres über die Bühne gehen, hofft das Stadtoberhaupt.

Neu wird nicht nur das „Spatzennest“ sein, sondern auch sein Standort. Aus der Senke an der Ortsdurchfahrt zieht die Kita in den Lindenpark. Anfangs war davon bei den Neubauplänen nicht die Rede. Doch nach Diskussionen im Stadtrat um Emissionswerte an der vielbefahrenen Straße und deren Nutzung als Zufahrt für die Autobahn 14 fiel die Entscheidung für den Lindenpark.

Bislang ist die Kindertagesstätte in einem ehemaligen Wohnhaus untergebracht. Seit rund 66 Jahren. Im Vorjahr feierte die Kita groß ihren 65. Geburtstag. Seit Jahren, so das Finanzministerium, sei sie voll ausgelastet. In den vergangenen zwei Jahren gab es Ausnahmegenehmigungen, um zusätzliche Aufnahmen von Kindern zu ermöglichen. Vor allem die Bereitstellung von ausreichend Schlafplätzen sei für die Kita bislang eine Herausforderung gewesen.

Kapazität steigt um neun Plätze

Im Moment werden im „Spatzennest“ 33 Kinder von sechs Erzieherinnen betreut. Die Mädchen und Jungen sind nicht nur in Uenglingen zu Hause, sondern kommen unter anderem auch aus Dahlen, Kläden, Schernikau und Stendal. Gestern allerdings war nicht einmal die Hälfte von ihnen in der Einrichtung. „Viele Kinder sind krank. Eine Bronchitis hat viele erwischt“, berichtete Stoppok.

Doch das wird sich wieder ändern. Die Kita-Leiterin hofft für die Zukunft auf einen Zuwachs von kleinen Kita-Besuchern. Nach Angaben des Ministerium wächst mit dem neuen Gebäude das Raumangebot. Es entstehen zwei neue Krippenplätze sowie sieben neue Kindergartenplätze. Auch der Spielbereich im Freien wird vergrößert.