Stendal l Das Projekt „Traumzeit“ gibt es erst seit 2016, dennoch hat es sich als kreatives Ferienangebot schon etabliert. Im vergangenen Jahr hatten 60 Mädchen und Jungen unter dem Motto „Forscher“ daran teilgenommen. Doch für dieses Jahr stand die „Traumzeit“ auf dem Brunkauer Gutshof auf der Kippe: Von den beantragten 4200 Euro Fördergeld (die Summe der Vorjahre) wurden vom Kreis nur 1115 Euro bewilligt. Kunstplatte-Vorsitzender Bernd Zürcher machte seine Sorge um die „Traumzeit“-Zukunft öffentlich – und schon am Tag der Veröffentlichung in der Volksstimme gab es gleich mehrere Anrufe von Unterstützern und Spendern.

Als Bernd Zürcher zum Bürgerbrunch kam, betrug die Lücke im Budget darum „nur“ noch 1250 Euro. Als er drei Stunden später ging, war sie deutlich kleiner: Zwei Versteigerungen, ein Spielebasar, Spenden und alle Einnahmen des Brunches gingen an die Kunstplatte: 659,54 Euro – eine Summe deutlich über den Erwartungen der Gastgeber.

Allein 325 Euro hat die Versteigerung der Holz-Spielecke eingebracht. Der Bereich in der „Markthalle“, in dem sie bisher stand, soll flexibler für Veranstaltungen genutzt werden. Einen neuen Platz soll die Spiel­ecke im Hort der Grundschule „Petrikirchhof“ finden. „Wir werden sie dem Hort schenken, sie kann dann mit in die neue Schule umziehen“, sagte Olaf Lincke. Mit „wir“ meinte er die Wählergruppe „Bürger für Stendal“, in deren Namen er mitgeboten hat. 30 Euro hat er in mehreren Geboten bezahlt, am Ende hat ihm ein Zehn-Euro-Schein den Zuschlag beschert bei der amerikanischen Versteigerung. Dabei wird mit jedem neuen Gebot immer nur die Differenz zum Vorgebot bezahlt. Den Zuschlag bekommt der, der zuletzt Geld einwirft.

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Konzert versteigert

Unter den Hammer kam während des Bürgerbrunches, zu dem die Freiwilligen-Agentur Altmark eingeladen hatte, außerdem ein Liveauftritt von Judith Zürcher und Julia Lehmann. Sie konnten zwar nicht selbst kommen und eine Kostprobe geben, aber via Leinwand erlebten die Gäste die Sängerinnen bei einem Auftritt im Ostrockmusical „Über sieben Brücken“. Der Privatauftritt ging am Ende für 173,84 Euro weg, ersteigert von Harald Mattheß aus Sanne, der mit seiner Frau Christiane in Stendal zu Tango-Abenden einlädt, um den Tango Argentino hierzulande zu etablieren. Darum soll das Privatkonzert auch kein privates werden, kündigte Harald Mattheß an, sondern mit einer Veranstaltung verknüpft werden.

Rund um die Versteigerungen gab es für die Gäste ausreichend Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, unter anderem über Projekte der Freiwilligen-Agentur und die Angebote der „Kleinen Markthalle“. Dazu gehört das wöchentliche Mittwochsfrühstück (immer ab 9 Uhr), „das richtig gut besucht wird“, freute sich Marion Zosel-Mohr, Projektkoordinatorin für den Bürgertreff.