Stendal l Mit einem Fußballspiel der Kreissparkasse Stendal gegen die Dresdner Bank hatte es 1992 angefangen. Die kickenden Banker wollten, dass mehr daraus wird. So hatte der Sparkassen-Cup im Jahr darauf seine Premiere. Zunächst als Fußballturnier, dann wurde aber der Unterhaltungsblock immer wichtiger. DJ Bobo war 1995 der erste Weltstar, der auf Einladung der Kreissparkasse auftrat. Nun endet die Geschichte der Veranstaltung, die bei ihrer letzten Auflage 2018 über 30 Mannschaften zählte und das Team aus Coburg-Lichtenfels als Sieger sah.

Erstes Turnier mit sechs Mannschaften

„2019 werden wir keinen S-Cup mehr durchführen“, bestätigte Pressesprecher Christian Johannsen eine Anfrage der Volksstimme. Leider sei die Teilnehmerzahl der Sparkassen und Spieler über die letzten Jahre ständig gesunken. Konkret, von 72 Mannschaften auf 38 Sparkassen inklusive der Stendaler. Dies habe unterschiedliche Gründe in den einzelnen Sparkassen. Sinkende Mitarbeiterzahlen in den Häusern als auch ein „Herauswachsen“ der Mitarbeiter, die über viele Jahre am S-Cup teilgenommen haben, nun aber nicht mehr anreisen würden, nannte Johannsen als Beispiele.

Dem Sport bleibt die Kreissparkasse allerdings treu. Auch in diesem Jahr gibt es die Fair-Play-Soccer-Tour, die am 7. Mai in Osterburg stattfindet. Als Musikveranstaltung gibt es am 19. Oktober in der Lindensporthalle Osterburg die große Sparkassen-Gala mit Kristina Bach und den Cappuccinos. Mit dem Sparkassen-Cup, der im Laufe der Zeit unter S-Cup firmierte, ist das allerdings nicht zu vergleichen.

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Nach der ersten Veranstaltung 1993, bei der die Kreissparkassen aus Stendal, Gardelegen, Osterburg, Salzwedel, Wolmirstedt und der Partnerstadt Lemgo in Nordrhein-Westfalen antraten, waren es 1994 mit zwölf schon doppelt so viele. 1995 erlebte die Veranstaltung einen Quantensprung. Mit der Uwe-Seeler-Traditionself und DJ Bobo kamen zwei sportliche und künstlerische Highlights, die es zuvor in Stendal noch nie gegeben hatte.

Die Mannschaftszahl wuchs stetig, 72 Mannschaften mit 1300 Teilnehmern waren der Höhepunkt. Die Promi­dichte auf der Bühne blieb hoch: La Bouche, Jürgen Drews, die Puhdys, Erste Allgemeine Verunsicherung, Kate Ryan, Bellini, Ute Freudenberg, Revolverheld ...

Bürgermeister bedauert das Ende

Im Laufe der Jahre zog der Cup mehrmals um. Zunächst wurde in Stendal umhergewandert: am Hölzchen, am Markt, auf dem Flugplatz, auf dem Schützenplatz. 2001 zog die Veranstaltung dann nach Tangermünde um. Bis 2009 gastierte sie in der Kaiserstadt, dann gab es unter anderem Terminprobleme, wohl aber auch Beschwerden über die Konzertlautstärke. Ab 2010 war der Cup in Osterburg zu Hause. Das Gelände an der Landessportschule wurde vom damaligen Organisator Marco Hubert für das Turnier und für die Events als ein Glücksfall bezeichnet.

Die Aufregung über das Ende des Sparkassencups hält sich bei den anderen Sparkassen in Grenzen. Viele hätten Verständnis für die Absage gehabt. Vereinzelt habe es Nachfragen gegeben. „Insgesamt spiegelt aber die geringe Reaktion genau das Bild wider, dass der S-Cup in diesem Jahr noch weniger Anmeldungen bekommen hätte“, fasste Johannsen zusammen...

Groß ist hingegen das Bedauern bei Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU). „Ich finde es sehr schade“, sagte er im Volksstimme-Gespräch. Die Veranstaltung sei ein etabliertes Festival gewesen, das an dem Wochenende alle möglichen Gästezimmer und die Gaststätten gefüllt habe. Natürlich sei sie auch als Kultur- und Sportveranstaltung für das Osterburger Image positiv gewesen, schließlich sehe man sich auch als eine Sportstadt.