Stendal l „Es ist eine Katastrophe“, sagt Renate Gatt aus Stendal-Röxe. Nach dem Brenntag vor einer Woche habe sie den ganzen Sonntag flachgelegen. Sie sei von Kopfschmerzen geplagt gewesen. Am Brenntag selbst habe sie ihre Wohnung nicht verlassen und hielt die Fenster und Türen verschlossen. „Ich werde dadurch eingeschränkt“, schimpft sie.

Als sie sich beim Landkreis Stendal telefonisch beschwerte, da sei sie aufgefordert worden, ihr Anliegen aufzuschreiben. „Ich frage mich, warum diese Brenntage noch sein müssen“, sagt die Stendalerin am Volksstimme-Telefon.

Landkreis hält an Regelung fest

Renate Gatt ist nicht die einzige, die sich über die Qualm- und Geruchsbelästigungen der letzten Brenntag echauffiert hat. Aber warum hält der Landkreis an dem Recht fest, dass Bürger im Frühjahr und Herbst jeweils mittwochs und sonnabends ihren Gartenmüll verbrennen dürfen?

Die Verordnung über die Entsorgung pflanzlicher Gartenabfälle außerhalb von Abfallentsorgungsanlagen (GartAbVo) gestatte es dem Landkreis seit 1993 das Verbrennen pflanzlicher Abfälle eigenständig zu regeln, heißt es auf Anfrage.

Negative Ökobilanz

Angesichts örtlicher Begebenheiten werde die Verordnung vorläufig weiter Bestand haben. Aus ökologischer Sicht sei zu berücksichtigen, dass bei einer kreisweiten Einsammlung und zentralen Verwertung „sammlungsbedingte Emissionen“ auftreten und sich negativ auf die Ökobilanz auswirken.

Die Volksstimme wollte beispielhaft für einen Brenntag (3.11.2018) Fakten haben. Es seien für diesen Tag keine Beanstandungen registriert worden, heißt es aus dem Landratsamt. Es sei eine einzige Anzeige eingegangen. Eine Mitarbeiterin kümmerte sich um die Einhaltung der Vorschriften. Allerdings wird der Landkreis nach eigenen Angaben nicht von sich aus aktiv, sondern erst nach Eingang von Anzeigen.

Beschwerden von Feuerwehrleuten seien nicht bekannt, heißt es. Immerhin hatte ein Mann in Bismark mit einem Brandbeschleuniger beim Strauchbrennen einen Feuerwehreinsatz ausgelöst.