Stendal l Derzeit laufen Verhandlungen darüber, wie es bei der Entsorgung der Gelben Tonnen ab Januar 2018 weitergeht. Für viele schwingt die Hoffnung mit, dass im kommenden Jahr die Probleme bei der Entsorgung der sogenannten Leichtverpackungen im Landkreis Stendal nach zwei Jahren beendet werden. Die Hoffnung: kein stehengelassener Müll mehr, kein kommentarloses Einziehen von Tonnen, kein Durchwühlen und Fotografieren von Tonnen und auch keine überflüssigen Zusatzverträge für ein anstandsloses Abfahren des Mülls.

Spärliche Informationen

Klar ist, dass die Federführung 2018 von der Firma Duales System Deutschland (DSD) auf die Firma Landbell übergeht. Damit scheinen die Klarheiten aber auch schon erschöpft zu sein. Nach Volksstimme-Informationen knirscht es schon wieder gewaltig. Es geht darum, dass eine neue Abstimmungsvereinbarung, in der Details zur Müllentsorgung geregelt werden, zwischen Landbell und dem Landkreis ausgehandelt und abgeschlossen wird. Die derzeit gültige Vereinbarung zwischen DSD und Landkreis läuft zum Ende des Jahres aus.

Eigentlich sollte die neue Vereinbarung längst unterzeichnet sein. Landbell hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, im Mai in die Ausschreibung gehen zu wollen, um eine Kooperationsfirma für die Entsorgung im Landkreis Stendal zu finden. Dazu muss aber zunächst der Vertrag mit dem Landkreis geregelt sein.

Bei der letzten Ausschreibung, die noch durch DSD erfolgte, ging die Tangerhütter Firma Cont-Trans als Sieger hervor. Bei der erneuten Ausschreibung ist nicht ausgeschlossen, dass auch wieder Cont-Trans den Zuschlag erhält.

Wo genau es nun bei den Absprachen zwischen Landkreis und Landbell hakt, wollte die Volksstimme wissen. Sowohl vom Landkreis als auch von der Firma Landbell gibt es keine Informationen. „Wir befinden uns noch in Verhandlungen“, heißt es unisono.

Der zuständige Beigeordnete des Landrates, Denis Gruber (SPD), hüllt sich in Schweigen. Obwohl er in Ausschüssen und im Kreistag eine ausführliche Berichterstattung zugesagt hatte, blieb es bei allgemeinen Informationen. „Das ist uns zu wenig“, sagte Helga Paschke (Die Linke) im Kreistag.

Auch wenn es den Anschein hat, dass die Beschwerden hinsichtlich der Gelben Tonne zurückgegangen sind, so gibt es an verschiedenen Stellen immer noch größere Probleme.

So musste die Stadt Stendal erst in der vergangenen Woche in der Tangermünder Straße einen Haufen mit 70 Säcken voller Leichtverpackungen und einen Tonneninhalt abfahren. Auch Anfang März mussten Bauhofmitarbeiter dort aktiv werden und den Müll zur Annahmestelle des Landkreises in der Osterburger Straße transportieren. Die Kosten dafür wurden „dem Entsorgungspflichtigen“, also der Firma Cont-Trans, in Rechnung gestellt, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt.

Die Tangerhütter Firma Cont-Trans hat sich wiederum – über einen Rechtsanwalt – an die Hausbesitzerin gewandt und ihr schon mal die Kosten für eine Rechnung der Stadt angekündigt.

Probleme mit der Gelben Tonne spiegeln sich auch durch das Anzeigenaufkommen bei der Polizei wieder.