Stendal l „Ich weiß, wie schwer das ist. Man muss irgendetwas essen, womit man leben kann“, sagt Marcel Dehnhardt. Der Fitnesstrainer im Galaxy in Stendal hatte selbst in seiner Vergangenheit mit Motivationsproblemen zu kämpfen. Er erlebt es aber an sich selbst und täglich bei seiner Arbeit, wie es Menschen besser gehe, die ihr Leben gesünder gestalten.

Der 35-Jährige trainiert seit 2002 regelmäßig und machte 2013 seinen Trainerschein. Privat verzichtet er auf Alkohol und isst nur selten Schokolade. Große Hürden für seine gesunde Lebensweise waren häufig Freunde und Familie. Es werde beispielsweise als unhöflich angesehen, zum Kaffee, bei einer Familienfeier keinen Kuchen zu essen. Viele würden schwach werden und doch zu der Zuckerbombe greifen. „Man kann doch Nein sagen“, erwidert der Stendaler und hält bis heute dem Druck stand.

Viele Faktoren spielen eine Rolle

Dehnhardt werde auf Arbeit häufig von Kunden gefragt, warum es bei ihnen denn mit dem Abnehmen nicht klappe. „Ernährung ist nicht einfach. Es ist eine Wissenschaft für sich“, erklärt er. Er kann nur aus seiner eigenen Erfahrung berichten, aber viele Faktoren spielen ihm zufolge eine Rolle beim Abnehmen. Je nach Alter und Person haben Menschen einen unterschiedlich guten Stoffwechsel. Diabetis und Tabletteneinflüsse machen zudem viel aus. „Man muss aber auch Geduld haben“, sagt er. „Man kann nach einem Monat nicht die Welt erwarten.“

Ein Lebensmittel ist dem Fitnesstrainer ein besonderer Dorn im Auge. „Fatal ist Brot“, sagt er, und weiter: „Weißmehl ist Gefäßgift.“ Die Mehlsorte, die sich in vielen alltäglichen Produkten aus Getreide befindet, löse eine bedenkliche Kettenreaktion im Körper aus, die für Heißhunger und Extrapfunde sorge.

Einige Lebensmittel kann Dehnhardt ohne Sorge empfehlen. Haferflocken oder etwas auf Vollkornbasis. Obst, aber nicht zu viel wegen des Fruchtzuckers. Gemüse, Fisch und Eier und soll es Fleisch sein, dann nur vom Biobauern. Generell sollten Ballaststoffe in den Lebensmitteln sein, da sie der Magen-Darm-Flora guttun. Obwohl Dehnhardt Fitnesstrainer ist, sagt er: „Ernährung zählt mehr als Sport.“

Bewegeung ist wichtig

Bewegt man sich allerdings gar nicht, entstehen wieder andere Probleme, weiß der 35-Jährige. „Hat man nie Sport gemacht, brechen Knochen schneller“, erklärt er. Verschleißerscheinungen treten schneller auf und durch eine falsche Körperhaltung entstehen Verspannungen.

Wenn es um Sport oder Ernährung geht, müssen Menschen aber ehrlich zu sich selbst sein. Dehnhardt höre häufig den Satz: „Aber ich esse doch gesund.“ „Mach deinen Kühlschrank auf und zeige mir, was nicht chemisch hergestellt ist“, antwortet er meist darauf.

Ehrlichkeit, Geduld und Durchsetzungskraft sind dem Stendaler Trainer zufolge bei einer Umstellung der Lebensweise nötig. Er kann seinen Kunden aber nur bedingt helfen. Klappe gar nichts, müsse man vielleicht zum Arzt gehen oder sich in einer Apotheke beraten lassen.