Stendal l Der Stendaler Bürgerpark ist ein weitläufiges, hügeliges Gelände – das ziemlich zugewuchert ist und zahlreiche Müllecken hat. An sich ist das 12,44 Hektar große Areal nahe den Berufsbildenden Schulen und dem Altoa ein idyllisches Kleinod in der Stadt – mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte. Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) kann sich sogar vorstellen, dass dort einmal eine Landesgartenschau ausgerichtet wird. Dies hatte er auch schon in einem Volksstimme-Interview geäußert. „Es gibt Gedankenspiele", sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann. Allerdings müsse man die Kosten und vor allem auch die Nachnutzung im Blick haben. Konkrete Pläne für eine Gartenschau gebe es derzeit nicht. Allerdings soll der Park wieder für die Bevölkerung nutzbar gemacht werden, so der Stadtsprecher.

Über eine Arbeitsgelegenheitsmaßnahme, die zwei Jahre laufen soll und in die auch Asylbewerber eingebunden werden sollen, soll Abfall weggeräumt, die Sichtachsen freigeschnitten sowie einfache Wege hergerichtet werden. Entsprechende Gespräche laufen derzeit zwischen dem Landkreis und dem Jobcenter. „Mit der Maßnahme wird keine Wiederherstellung des historischen Zustands angestrebt. Es soll ein überwiegend naturbelassenes Gelände bleiben", sagt Klaus Ortmann.

„Seit Monaten wird der Park als Schuttabladeplatz genutzt", sagte die Uenglinger Ortsbürgermeisterin und Stadträtin Harriet Tüngler in der vergangenen Woche im Stadtentwicklungsausschuss. Dies warf auch die Frage nach der Zukunft des Parks auf.

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Welch interessante Geschichte der Landschaftspark hat, das ist auch Thema eines neuen Buches, das der Stendaler Garten- und Landschaftsbaumeister Günther Mittendorf erarbeitet hat. Das Buch ist gespickt mit alten Postkarten, die seine Frau Jutta Mittendorf gesammelt hat.

„Das Gelände hatte ein imposantes Aussehen", sagt Günther Mittendorf. Über die Jahrzehnte habe das Aussehen sich immer wieder gewandelt. Zu DDR-Zeiten gehörte der Park zum Einflussbereich der sowjetischen Armee, die diesen abriegelte. „Auf Stadtplänen war der Park gar nicht mehr verzeichnet", sagt der Experte.

Aus Sicht von Mittendorf könne der Park schon mit einfachen Mitteln wieder für die Bürger nutzbar gemacht werden. „Man braucht nur einfache Wege anzulegen, der Rest kann so bleiben."

Der Stendaler Gärtner Günther Mittendorf stellt am Dienstag, 10. Mai, ab 10.30 Uhr sein Buch über den Bürgerpark mit dem Titel „Zwischen Vergnügen & Vergessen – Der Bürgerpark Stendal" vor. Die Präsentation findet im Bürgerpark statt, Treffpunkt ist am Wasserturm, Schillerstraße. Der Autor hat rund zwei Jahre an dem Werk gearbeitet, es enthält zahlreiche alte Karten und vor allem Postkartenansichten und historische Fakten. Das Buch wurde in Zusammenarbeit mit dem „Stendal Magazin" erstellt (150 Seiten, 260 Abbildungen, 27,50 Euro).