Berlin l Seinen ersten großen Auftritt hatte Salzwedels Landrat Michael Ziche auf der Grünen Woche schon bevor er zusammen mit seinem Stendaler Amtskollegen Carsten Wulfänger (beide CDU) am Sonnabend den Altmark-Tag in Halle 23b, der Sachsen-Anhalt-Halle, eröffnete. Sängerin Corinna de Pooter hatte ihn auf die Bühne gebeten, ihm einen goldenen Zylinder aufgesetzt und tanzte zu „Big Spender“ um ihn herum. „Sensationell“, raunte er ihr nach dem Auftritt schmunzelnd zu, und das galt auch für seine Bereitschaft, den Spaß mitzumachen.

Landräte machen kräftig Werbung

Sensationen hatten Ziche und Wulfänger den beiden Moderatoren Stefan Timm und Steffen Henseler nicht zu berichten, wohl aber, dass es sich lohnt die Altmark nicht nur in Berlin zu besuchen, sondern auch in Wirklichkeit. So seien Stendal, Tangermünde und die Radwege auf der einen Altmarkseite, der Arendsee als touristischer Leuchtturm und größter natürlicher See Sachsen-Anhalts auf der anderen Altmarkseite gute Gründe für eine Reise. Ziche preiste den Zweckverband Breitband Altmark und Wulfänger stimmte ein: „Von 500 MBit pro Sekunde träumt ja sogar so mancher Berliner“.

Die Altmark präsentierte sich auch kulturell auf der Bühne der Länderhalle. So zog die Stendaler Band „Nobody Knows“ um Max Heckel das Publikum in ihren Bann, brachte sogar nicht nur die mitgereisten Fans zum Mitsingen. Zu klein war die Bühne für die Salzwedeler Tanzformation Fitschebeen. die sich Platz rund um den Gemeinschaftsstand schaffte.

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Viele Kommunen präsent

Das Interesse bei den lokalen Politikern war geringer als in den Vorjahren. So nutzte der Kreis-Wirtschaftsförderungsausschuss den Altmark-Tag diesmal nicht für eine externe Sitzung, war mit Eckhard Gnodtke nur einer von vier altmärkischen Bundestagsabgeordneten, mit Chris Schulenburg (beide CDU) nur einer von zwölf Landtagsabgeordneten, die für den Wahlkreis Altmark zuständig sind, dabei. Doch das konnte die Stimmung von Dirk Grempler aus der Wirtschaftsförderung des Landkreises Stendal überhaupt nicht trüben. „Ich hatte noch nie so viele Kommunen hier“, freute er sich im Gespräch mit der Volksstimme.

In der Tat, mit der Eingheitsgemeinde Stadt Bismark, vertreten durch Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU), und der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck mit Bürgermeister René Schernikau präsentierten sich gleich zwei Neulinge am Altmark-Tag am Gemeinschaftsstand, präsent war auch die Hansestadt Gardelegen, die sich zum wiederholten Mal in Berlin vorstellte, ebenso wie die Verbandsgemeinden Seehausen und Elbe-Havel-Land, die an anderen Messetagen Flagge zeigen werden.

Fingernägel grün lackiert

„Wir müssen für die Altmark werben, und das hier ist eine sehr gute Gelegenheit“, meinte Schwarz gegenüber der Volksstimme. Sie wolle ihre beiden Slogans „Auch flaches Land ist schön“ und „Entfernung ist immer eine Sache der Betrachtung“ in Berlin bekanntmachen, sagte die Bürgermeisterin, die sich zur Feier des Tages die Fingernägel grün lackiert hatte – nicht nur ihre Lieblingsfarbe, sondern auch die von Grüner Woche und Grüner Wiese.

Um die Farbe Blau ging es bei Messeneuling Roquette Klötze, Produzent von Mikroalgen, aus denen beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel oder auch Kosmetika hergestellt werden. „Daraus wird aber auch der Farbstoff gemacht der Smarties und Gummibärchen blau färbt“, verriet Geschäftsführer Jörg Ullmann. Nach längerer Pause wieder zu Gast auf der Messe ist das Havelberger Arthotel Kiebitzberg. Martina Wendt und Eileen Burkhardt machten Appetit auf das Reiseziel, schließlich hatten sie auch besondere Schmalzschnittchen mitgebracht. Kostenlose Kostproben wie diese gibt es kaum noch auf der Grünen Woche, aber Kathrin Schernikau konnte trotzdem etwas kostenlos mitnehmen. Beim Quiz auf der Bühne gewann sie ein Dreierpack Halberstädter Würstchen. „Da wird sich mein Mann freuen“, sagte sie fröhlich. Der Bürgermeister nickte schmunzelnd.

Die Grüne Woche hat noch bis zum kommenden Sonntag, 28. Januar, geöffnet, täglich von 10 bis 18 Uhr, am 26. Januar bis 20 Uhr. Am 27. Januar macht die Leader-Gruppe Mittlere Altmark ab 14 Uhr in Halle 4.2 Programm.