Stendal/Tangermünde l Polizei und Kreisverwaltung haben nach dem „Corona-Herrentag“ ein insgesamt positives Fazit gezogen. „Gruppengrößen und Abstände weitestgehend eingehalten“, berichtete Landrat Patrick Puhlmann (SPD), nachdem Mitarbeiter seiner Behörde am Donnerstag im gesamten Landkreis stichprobenartig die Einhaltung der Corona-Vorschriften überprüft hatten.

Strafverfahren gegen Jugendliche

Das Landrats-Lob trifft jedoch nicht auf knapp 20 Jugendliche zu, von denen sich nun einige einem Strafverfahren stellen müssen. Wie Beatrix Mertens, Sprecherin der Polizeiinspektion Stendal, gegenüber der Volksstimme berichtete, waren die jungen Leute im Stendaler Ortsteil Bindfelde „herrentagstypisch“ unterwegs, als Polizeibeamte auf sie aufmerksam wurden. Aus Tangermünde wurde den Ordnungshütern zudem eine Ansammlung von rund 100 Motorradfahrern vor einem Café gemeldet. Als die Beamten eintrafen, sei von den Motorradfahrern aber niemand mehr vor Ort gewesen.

Trotzdem spricht auch Inspektionssprecherin Mertens von einem „insgesamt recht ruhigen“ Feiertag im gesamten Inspektionsbereich – obwohl viele das frühsommerliche Wetter für Ausflüge genutzt haben und die Straßen entsprechend bevölkert waren. Abgesehen von den festgestellten „Corona-Vergehen“ hat die Polizei im Landkreis Stendal am Herrentag vier weitere Strafanzeigen aufgenommen: eine wegen Trunkenheit im Verkehr, eine wegen Sachbeschädigung sowie zwei wegen einfacher beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung.

Bei diesen Auseinandersetzungen habe Alkohol eine Rolle gespielt, bestätigte Beatrix Mertens. Die Beteiligten haben jedoch keine schwereren Verletzungen davongetragen.

Landrat zufrieden mit Corona-Kontrollen

Nach Angaben von Landrat Puhlmann hat bei den vom Kreis vorgenommenen Kontrollen „in der Regel ein freundlicher Hinweis ausgereicht“, um ein den Corona-Auflagen entsprechendes Verhalten zu bewirken. Die Zahl der vom Landkreis eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren werde erst in einigen Tagen feststehen, betonte der Stendaler Landrat.