Uchtspringe l Zweimal im Jahr begrüßt das Hofgut Uchtspringe Besucher zum Tag der offenen Tür. Im November ist der gleich mit der vorweihnachtlichen Begegnung verbunden. Der zweite Termin, der seit ein paar Jahren in den April fällt, steht für sich allein.

Dann hat bereits der Frühling begonnen, dementsprechend sind auch die landwirtschaftlichen Arbeiten wieder in vollem Gange. Diese werden zusammen mit den anderen Hauptbereichen des Hofs – darunter Tierpflege, Anbau und Verpackungsarbeiten – allen Interessierten vorgestellt.

Für Neugierige oder gleich als Probetag

Der Tag der offenen Tür richtet sich an verschiedene Gruppen, die mit Behindertenarbeit zu tun haben – darunter Betreuer, Eltern, Leute, die selbst mitarbeiten wollen, oder die, die sich schon einen Platz gesichert haben und von Nahem erfahren wollen, was sie bald hier leisten.

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Ein Termin am Dienstagvormittag ist im Hinblick auf Besucherzahlen zwar nicht optimal gewählt, wie Bereichsleiter Torsten Reumann zugibt. Dafür ist die Vorstellung für die Besucher, die da sind, authentischer. Schließlich sind unter der Woche mehr Mitarbeiter vor Ort, sodass bei den Führungen gleich zu sehen ist, wie auf dem Hof gewerkelt wird – sei es von festen Mitarbeitern oder den Schülerpraktikanten der Stendaler Helen-Keller-Schule.

Besucher konnten das Gelände auch auf eigene Faust erkunden, bei den Touren gab es aber gleich Betreuer und Mitarbeiter als Ansprechpartner, die etwas über ihren Alltag erzählten. Los ging es im Hofladen, in dem die landwirtschaftlichen oder handwerklichen Erzeugnisse des Hofs zum Verkauf angeboten werden. Von da aus ging es weiter über die Gewächshäuser und Beete, auf denen verschiedenste Sorten von Gemüse und anderen Pflanzen wachsen.

Gleichzeitig kam man an Ställen und Weiden von Kaninchen, Hühnern und Kühen vorbei, die im Laufe des Jahres auch wieder Gesellschaft von Schweinen und Enten bekommen. In die Verpackungsstation für Trockenfrüchte und den Berufsbildungsbereich wurde ebenfalls kurz reingeschaut. Die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen, bot die Mitmachstation, bei der Pflanzen für den späteren Verkauf umgetopft wurden.

Mit aktuell etwa 60 Mitarbeitern sieht Reumann die Kapazität des Hofs schon gut ausgelastet. Dennoch wird weiterhin nach „Nachwuchs“ Ausschau gehalten, da Fluktuation besteht, wenn sich Mitarbeiter etwa wegen ihres Alters verabschieden oder sich einfach woanders beweisen wollen.

Ein Ersteindruck für Praktikanten

Die Hofbeschau gibt Neuanwärtern eine Chance, sich ein Bild aus nächster Nähe zu machen. Dieselbe Gelegenheit gibt es ebenso für diejenigen, die demnächst hier anfangen. Gudrun Idler kam zum Beispiel mit ihrem Enkel Sean vorbei, kurz nach Beginn der Veranstaltung.

Sean startet noch in diesem Monat ein Schülerpraktikum auf dem Hof und bekam gleich nach der ersten Führung seinen Vertrag. Vorher arbeitete er unter anderem für die Werkstatt der Lebenshilfe in Osterburg, suchte sich die Zweigstelle in Uchtspringe aber extra, da ihn ihr landwirtschaftliches Angebot interessiert.

Der Schnuppertag bietet sich auch an, um ein allgemeineres Bild von der Arbeit mit Behinderten zu zeichnen und um die Arbeit mit lokalen Einrichtungen zu vertiefen. Dafür war zum Beispiel Ines Schulz-Prasser aus der örtlichen Klinik da, die auch sonst eng mit Einrichtungen wie der Lebenshilfe aus dem Ort zusammenarbeitet. Zu den Tagen der offenen Tür war sie schon oft mit ihren Lehrgruppen hier, um diesen einen Eindruck der Arbeitswelt zu vermitteln – so auch in diesem Jahr.