Tangermünde l  Auf der Stadtratssitzung musste Bürgermeister Jürgen Pyrdok mitteilen, dass sich die Tangerhütter Firma Schubert aus dem Projekt zurückgezogen habe. Der Investor sei durch den zeitlichen Ablauf, die terminliche Abfolge und den daraus erwachsenden wirtschaftlichen Konsequenzen zu diesem Schritt gezwungen worden.

Konkret bedeutet das: Es ging dem Unternehmen nicht schnell genug. Bei der Stadt sieht Pyrdok jedoch keine Schuld, diese dürfe als Standort für Investitionen nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden. Es sei nichts verschleppt worden, kommunale Entscheidungsprozesse seien eben nicht schneller zu bewerkstelligen, betont Pyrdok. Nun gelte es, die Entscheidung der Firma Schubert zu akzeptieren und sich nicht in gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen zu verstricken. Noch vor wenigen Tagen sah die Welt anders aus.

So nahm der Hauptausschusse auf seiner Sitzung am 14. März eine Beschlussvorlage an, laut der Tangermünde die zu bauende Tiefgarage kaufen sollte. Auf der Stadtratssitzung im April sollte dieses Papier beschlossen werden. Nach Angaben des Bürgermeisters sei die notwendige Kaufsummen von rund 2,5 Millionen Euro bereits im Haushalt 2019 eingestellt gewesen.

Geplant war laut Bürgermeister Pyrdok die Gründung einer Parkplatzgesellschaft, um das Objekt zu betreiben. Diese sollte eine hundertprozentige Tochter der Tangermünder Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft werden, die wiederum hundertprozentig der Stadt gehört. Ein vorher in Auftrag gegebenes Gutachten bezüglich der Wirtschaftlichkeit sei positiv ausgefallen und habe auch bescheinigt, dass die diesbezügliche unternehmerische Betätigung der Stadt sowohl kommunalrechtlich als auch gesellschaftrechtlich zulässig sei. Im Stadtrat unumstritten war der Kauf der damals geplanten Tiefgarage jedoch nicht. Es gab sowohl Befürworter als auch Gegner.

An einem Teil des Projektes Tangermünder Hafencity halte die Schubert GmbH jedoch fest, so Pyrdok. Dies ist der geplante Bau von 22 Eigentums- und sieben Mietwohnungen. Über eine eventuelle Nutzung des kleinen Speichers soll im kommenden Monat entschieden werden.