Hüselitz l Es sei ein spektakuläres, deutschlandweit beachtetes Projekt, nicht nur weil es mehr als 200 Millionen Euro kostet, auch die Wertschöpfung für die Region sei beachtenswert, sagt Joachim Treder, Europa-Projektmanager der HSH Nordbank. Die finanziert einen Teil des neuen Windparkes bei Hüselitz, den zwei Gesellschaften, die CPC Germania und die ETE Windpark gemeinsam errichten. Dietmar Knünz, Geschäftsführer der ETE führte gestern geladene Gäste über die Großbaustelle entlang der B189, um einen Höhepunkt im Bauablauf zu würdigen: Das erste Turmsegment wurde bei Hüselitz errichtet.

Innerhalb von 24 Stunden steht ein Turm

Was diesem ersten Schritt folgt sind Spezialbeton und weitere Turmteile. Das erste Turmsegment wiegt rund 76 Tonnen, ein ganzer Turm rund 180 Tonnen (bei 119 Metern Gesamthöhe). Mit Maschinenhaus, Rotor und Fundament kommen da rund 2400 Tonnen zusammen. Innerhalb von 24 Stunden stehe so ein Windrad-Turm, erläuterte „Sight-Manager“ (oder Baustellenleiter) René Illge vor Ort. Er hatte mit den Planern gemeinsam errechnet, dass für den Bau der bisher genehmigten 36 Anlagen 75 000 Lkw-Ladungen angefahren werden müssen. Schotter, Kleinteile, Turmsegmente und Rotorteile, all das wird im Rahmen eines ausgeklügelten Logistiksystems über die Baustelle bewegt. Es gibt einen Ringverkehr, um die umliegenden Ortschaften so wenig wie möglich zu belasten.

Dietmar Knünz blickte gestern auf zehn Jahre Entwicklungsdauer zurück und bedankte sich bei allen Beteiligten, insbesondere aber bei Planerin Susann Schwarzlose vom Fefa-Ingenieurbüro. Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz sprach vom ersten Mal, dass auf Stendaler Gemarkung Windenergieanlagen errichtet werden, und wünschte dem Windpark viel Erfolg.

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Der größte Teil der Anlagen steht aber im Gebiet der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, und deren Bürgermeister, Andreas Brohm sprach vom Bild der Region, das sich verändern werde, aber auch von Glück für die Einheitsgemeinde, weil etwa 400 Anlieger davon profitieren sollen. Und er sagte: „Ab heute sind wir grüne Wiese mit Windrad“.

Fundament hat Durchmesser von 24,50 Meter

Bei der Besichtigung der Baustelle gab es einiges zu entdecken, darunter die riesigen Fundamente, die mit 24,5 Metern Durchmesser in den Sand gebaut worden sind. Markus Tacke, Geschäftsführer der CPC Germania, erläuterte vor Ort auch die Ökobilanz einer solchen Anlage und betonte, dass eine Anlage die Energie, die für ihre Herstellung benötigt wird, in sechs bis sieben Monaten wieder einbringe. Generell seien die Windverhältnisse in der Altmark „überdurchschnittlich“ und damit geradezu ideal für die Windkraftnutzung.