Stendal l Seit fast drei Jahren steht der ehemalige Sitz von Eon-Avacon an der Ecke von Arnimer Straße und Fabrikstraße leer. Nun könnte dort wieder Leben einziehen. Der Landkreis interessiert sich für das Gebäude, um seine größer gewordene Verwaltung unterzubringen. 60 neue Arbeitsplätze wurden in der Landkreisverwaltung geschaffen, um mit der Flüchtlingssituation umgehen zu können. Das bedeutete auch eine Änderung der Ämterstruktur.

Neue Sachgebiete wurden geschaffen

So wurden die Sachgebiete Ausländer-/Asyl- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten sowie Asylbewerberunterbringung und -betreuung neu geschaffen. Derzeit sind sie noch auf drei Standorte verteilt: Hufelandhaus an der Wendstraße, Hospitalstraße und Möringer Weg. Alle Beschäftigten, die mit dem Flüchtlingsthema zu tun haben, sollen perspektivisch im Hufelandhaus unterkommen. Zur Vorbereitung der Zentralisierung erfolgten dort bereits Umbaumaßnahmen, dazu gehörte die Einrichtung eines Empfangsbereiches, und ein Kassenautomat wurde installiert.

Wenn die neuen Mitarbeiter ins Hufelandhaus einziehen, müssen Büros freigeräumt werden. Der Landkreis prüfte zwei Varianten, wohin die bisherigen Verwaltungsmitarbeiter verteilt werden können. So gebe es die Möglichkeit, Räume in weiteren Gebäuden anzumieten, insgesamt wären dies drei neue Standorte. Die Nachteile überwogen, dazu gehörten die weitere Zersplitterung der Landkreisverwaltung und die nicht ausreichenden Parkplätze.

Entscheidung fällt am 17. Dezember

So entschied sich der Kreis für die zweite Variante, ein Bürogebäude in Stendal zu kaufen. Die Wahl fiel auf das leerstehende Avacon-Gebäude. Die Nähe zur Hauptverwaltung und die ausreichende Anzahl gehörten zu den Vorteilen, die letztlich überwogen. In dem Trakt sollen das Sachgebiet Öffentliche Ordnung/Brand-, Katastrophen-/Zivilschutz, das Hochbauamt- und Gebäudemanagement, das Schulverwaltungs- und Kulturamt (inklusive Kreisvolkshochschule), das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie das Straßenbauamt untergebracht werden. Insgesamt sind das 74 Arbeitsplätze – der Bürokomplex hat eine Kapazität von bis zu 82 Arbeitsplätzen.

Während Landrat Carsten Wulfänger (CDU) am Donnerstagabend im öffentlichen Teil des Kreis-Finanzausschusses die Pläne erläuterte, blieb der Kaufpreis allerdings dem nicht-öffentlichen Teil vorbehalten, es gibt noch weitere Kaufinteressenten. In drei Jahren soll das Gebäude abbezahlt sein. Der Ausschuss befürwortete den Kauf, die endgültige Entscheidung darüber trifft der Kreistag bei seiner Sitzung am 17. Dezember.