Stendal/Vinzelberg l Das im Stendaler Ortsteil Vinzelberg geplante Immobilienprojekt der Gütersloher Stiftung HCES Car Solutions könnte im kommenden Jahr an Fahrt aufnehmen. Wie Olaf Finger, Bevollmächtigter der HCES, und die Stadtverwaltung bestätigen, sind die beiden im Oktober bei der Stadtverwaltung eingegangenen Bauvoranfragen beantwortet worden.

Die Reaktionen sind dabei unterschiedlich ausgefallen. Während eine Anfrage positiv beschieden worden ist, stellte das zuständige Fachamt bei der zweiten nicht unerhebliche Hindernisse fest. Finger spricht davon, dass nun dem Bau von vier Doppelhaushälften mit insgesamt 16 Wohnungen so gut wie nichts mehr im Wege stehe.

Statiker kommen bald

Für das zweite Grundstück sieht es hingegen schlechter aus, wie Armin Fischbach von der Pressestelle der Stadt Stendal mitteilt. Die Pläne des Investors werden sich in diesem Falle nicht zu hundert Prozent umsetzen lassen, sagt der Pressesprecher: „Es steht bereits fest, dass ein Teil des Vorhabens aus planungsrechtlicher Sicht nicht möglich ist.“ Betroffen ist davon ein Wirtschaftsgebäude, das die Stiftung gerne errichtet hätte, sagt Finger auf Nachfrage der Volksstimme.

Das Planungsrecht schiebe dem Vorhaben einen Riegel vor, nennt Fischbach den Grund. Die Anfrage beziehe sich nämlich auf Flächen, die im Außenbereich im Sinne des Baugesetzbuches liegen und deshalb nicht bebaut werden dürfen. Darüber habe man den Investor telefonisch informiert.

Das Projekt geht damit eher mit kleinen Schritten voran, die Veränderungen im Dorf werden sich zunächst nicht so radikal vollziehen, wie man es nach den ersten Verlautbarungen der Immobilienstiftung hätte erwarten können. Dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten wird, daraus macht Finger keinen Hehl.

Im Sommer waren die hochfliegenden Pläne erstmals publik geworden. Damals war die Rede von 120 neuen Wohnungen und einem Supermarkt. Sieben Grundstücken habe man für diese Zwecke erworben, gab die HCES damals Auskunft.

Zweifel am Vorhaben bleiben bestehen

Olaf Finger verbreitet den Verzögerungen zum Trotz Zuversicht, das Vorhaben nach dem Jahreswechsel weiter voranzutreiben. Wenn die Bauvoranfragen positiv beantwortet werden, sei die Erteilung der Baugenehmigung eigentlich nur Formsache, schätzt er ein. Absprachen mit Architekten und Statikern hätten bereits stattgefunden.

Am 13. Januar werde man mit Statikern nach Vinzelberg kommen, um Gebäude zu begutachten, die noch auf den erworbenen Flächen stehen und abgerissen werden sollen. Eines davon ist die ehemalige Gaststätte „Deutsches Haus“. Das Gebäude steht seit Jahren leer.„Wir wollen ab Januar in die Vermarktung gehen“, kündigt der Bevollmächtigte außerdem an.

Den Austausch mit der Stendaler Stadtverwaltung bezeichnet der Rheinländer als zufriedenstellend. Mit den Vinzelbergern könnte die Kommunikation besser laufen. Im Herbst hatte Finger angekündigt, bereit für eine öffentliche Veranstaltung zu sein, um das Projekt den Einwohnern einmal detailliert vorzustellen. Bisher ist es dazu nicht gekommen. „Wir haben leider keinen geeigneten Ort dafür gefunden“, nennt Olaf Finger den Grund. Jedoch habe es laut Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten keinerlei Kontakt zwischen der Stiftung und dem Ortsbürgermeister gegeben.

Im Dorf hatten sich Zweifel an der Seriösität der Gütersloher genährt. Besonders die Praxis, mit der HCES Grundstücke gegen eine lastenfreie Immobilie zu tauschen, hatte Kritik hervorgerufen. Dass die HCES auch im Stiftungsverzeichnis des Landes Nordrhein-Westfalen nicht auftaucht und man im Internet noch immer vergeblich nach einer Homepage sucht, hat sicherlich nicht dazu beigetragen, die Bedenken zu zerstreuen.