Stendal l Es ist eine schier unendliche Geschichte: Die Schaffung von 61 Ersatzparkplätzen im Zuge der Erweiterung des C&A-Geschäftes in Stendal. Die Erweiterung liegt mittlerweile zehn Jahre zurück, die Parkflächen wurden immer noch nicht geschaffen.

Allerdings: Die Stadt und die Lindenhof Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG scheinen langsam auf die Zielgerade zu kommen. Auf zwei Flächen an der Vogelstraße und dem Binn-hof sollen 39 Autostellplätze geschaffen werden. Für 13 Parkflächen an der Vogelstraße liegt nunmehr laut Verwaltung eine Baugenehmigung vor. Für die 26 Plätze Binnhof sind die Bauantragsunterlagen im Dezember in der Verwaltung eingegangen. Beide Flächen werden bereits jetzt als Parkplatz genutzt – provisorisch.

Ursprünglicher Standort an der Alten Post

Ursprünglich sollten die Ersatzparkplätze auf einem Areal hinter der alten Post an der Poststraße/Hallstraße entstehen. Das Gelände wurde längst veräußert, die Post saniert und zwei Wohnhäuser mit zahlreichen Wohnungen gebaut.

Im vergangenen Sommer nun schloss die Stadt einen sogenannten Stellplatzablösevertrag mit der Lindenhof Verwaltungsgesellschaft. „Die Verhandlungen über diesen Vertrag haben jedoch wesentlich länger gedauert als üblich“, sagt Pressesprecher Armin Fischbach von der Stadtverwaltung. Mit dem Vertrag wurde am Ende auch die Verpflichtung von ursprünglich 61 Plätzen auf 50 reduziert.

Und das kam so: „Im Rahmen der Überprüfung der zahlreichen Genehmigungen und Anträge traten Überschneidungen auf, so dass sich die Zahl der zu errichtenden Parkplätze von 61 auf 50 Stück reduziert hat“, so die Verwaltung.

3000 Euro pro Parkplatz Ablöse

Dass am Ende nun wohl nur 39 Parkplätze herausspringen werden, liegt daran, dass die Firma glaubhaft versichern konnte, nicht mehr schaffen zu können. Über eine Ablösesumme von laut Satzung 3000 Euro pro Stellplatz konnte sich die Firma von der Verpflichtung freikaufen. Allerdings musste am Ende nur für drei Plätze – also 9000 Euro – bezahlt werden. Grund: Laut Paragraf 48 der Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt sind die ersten acht Stellplätze eines solchen Vertrags nicht anzurechnen.

Nachdem der Vertrag im Sommer geschlossen wurde, hat die Firma nunmehr noch anderthalb Jahre Zeit, um die verbliebenen 39 Parkplätze auch herzurichten.

Einen Haken gibt es aber noch: Auch wenn die Parkplätze fertig sind, so heißt das noch lange nicht, dass dort auch öffentlich geparkt werden darf. „Ausgleichsstellenplätze sind nicht mit kostenfreien Parkmöglichkeiten gleichzusetzen“, sagt Armin Fischbach. Es obliegt dem Unternehmen die Nutzung festzulegen – durchaus auch als vermietete Anliegerstellplätze.