Stendal l Annett Noffke wirkt zufrieden. Und ein bisschen erleichtert. Wie das halt so ist, wenn ein Großprojekt unmittelbar vor dem Abschluss steht und nur noch Kleinigkeiten zu erledigen sind. Im Falle des Kaufhauses Ramelow, das Annett Noffke als Storemanagerin leitet, bedeutet dies: Der seit Februar laufende Um- und Ausbau ist abgeschlossen. Einen siebenstelligen Betrag hat das Unternehmen investiert, um das größte Traditionskaufhaus in der Stendaler Innenstadt fit für die Zukunft zu machen.

Erweiterung trotz Corona

Marc Ramelow, Geschäftsführer der Kaufhauskette, setzt dabei voll auf die Vergrößerung der Verkaufsfläche. Sie wurde auf 2800 Quadratmeter erweitert. „Der Standort Stendal hat sich sehr positiv entwickelt. Es hat schlicht an Platz gefehlt, es wurde immer enger“, nennt Annett Noffke den Grund für die Vergrößerung. Zumal in dem 1930 errichteten Gebäude noch genug Potenzial zur Erweiterung zur Verfügung stand. Dass kurz nach dem Beginn der Umbauarbeiten die Corona-Krise für eine Schließung des Kaufhauses sorgte, torpedierte die Pläne nicht. Zu keinem Zeitpunkt habe man darüber nachgedacht, die Bauarbeiten zu stoppen, sagt Annett Noffke.

Für die Vergrößerung des Verkaufsraums wurde das zweite Obergeschoss genutzt. Es stand mehrere Jahre leer und wurde reaktiviert - für eine deutlich größere Herrenabteilung. Mehr Platz bekommt auch die Sportabteilung. „Wir verzeichnen eine starke Nachfrage nach Fitness-Artikeln. Auch der Outdoor-Bereich wird immer beliebter. Dem tragen wir damit Rechnung“, erklärt die Storemangerin.

Bauhaus-Stil beibehalten

Bei der Neugestaltung wurden nicht nur Trends berücksichtigt. Großer Wert sei laut Geschäftsführung darauf gelegt worden, die Bauhaus-Tradition zu betonen. Schließlich sei das Gebäude in genau diesem Stil errichtet worden. So sind die charakteristischen Lichthöfe in Bauhaus-Farben gestaltet worden. Dahinter steckt nicht ausschließlich kunsthistorisches Bewusstsein. Die Besinnung auf die architektonischen Wurzel dient dazu, „Besucher zum Verweilen zu animieren“, weiß die Managerin.

Moderne in der Innenstadt

Das Ramelow-Großprojekt reiht sich übrigens ein in eine Reihe von Investitionsvorhaben in der Stendaler Innenstadt rund um den Winckelmannplatz. Fast zeitgleich steckte die Bäckerei Kerkow mehr als 500 000 Euro in den Umbau ihrer Hauptfiliale in der Breiten Straße. Aus dem Backshop ist ein moderneres Café für Jung und Alt geworden, dass in wenigen Tagen öffnet.

Im Juli hatte in der Marienkirchstraße bereits der „Mainly Food Store“ Eröffnung gefeiert. In dem kleinen Restaurant werden frisch zubereitete Speisen angeboten. Gleich neben an modernisiert das Familienunternehmen Weihrauch weiter: Das alte „Coffee Inn“ wird der modernen Zeit angepasst.