Stendal l Ob in Betonkübeln befestigte, hernach berankte Metallstreben der Stadtgestaltungsweisheit letzter Schluss sind, darüber kann und sollte gestritten werden. Und wurde auch vor etlichen Jahren – oder wenigstens gab es eine Idee, wie man etwas optischen Schwung in diese fade Ausgangssituation bringen könnte. An ebenjene Idee erinnerte sich jetzt Architekt Andreas Möhlmann, als er vom aktuellen Winckelmann-Pfad-Projekt in der Volksstimme las.

Denn genau einen solchen Pfad hatte er, in Abstimmung mit Stadt und Winckelmann-Gesellschaft, auch schon mal in Planung, als Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 2010 in Stendal. „Eine Arbeitsgruppe hatte die Idee 2005 entwickelt, aber sie wurde dann nicht ausgewählt“, erzählt Möhl­mann, der das Ganze aber jederzeit für noch realisierbar hält.

Winckelmann-Stadt stärken

Vorgesehen waren dabei leuchtend-farbig gefasste typisch antike Skulpturen, die statt der Rankgitter in die Pflanzkübel der südlichen Breiten Straße positioniert werden sollten. „Dadurch hätte die Fußgängerzone einen ganz individuellen, werbewirksamen Charakter erhalten“, zitiert Möhlmann aus seiner damaligen Projektbeschreibung. Und: „Die Identität Stendals als Winckelmann-Stadt würde gestärkt werden.“

Die Idee lag nun zwar seit 15 Jahren in der Schublade, aber Andreas Möhlmann meint: „Das kann man ja immer noch machen.“ Es wäre eine interessante Ergänzung zum jetzigen Plaketten-Pfad und eine weiterführende Anbindung ans Museum. Wie schon damals angedacht, wäre dazu eine Künstlerwerkstatt denkbar.

Weiterer Stendal-Promi

Und sogar mit einem zweiten berühmten Menschen mit Stendalbezug könnte die Stadt werben und kulturell punkten. Wie Andreas Möhlmann mit Blick in sein damaliges Projektpapier erwähnt, hätte man sich für den Guss der Figuren mit der Berliner Künstlerin Anna Franziska Schwarzbach zusammentun können, die „vor Jahren ein Projekt ‚Stendhal in Stendal‘ erarbeitet hat“. Aber auch das fristet wohl ein duldsames Schubladendasein.