Regionalausscheid

Jugend musiziert per Video

Warum die Corona-Pandemie die Ausrichtung des traditionellen Wettbewerbs „Jugend musiziert“ nicht verhindern wird.

Von Regina Urbat

Stendal l Altmarkweit stellen sich an diesem Wochenende Kinder und Jugendliche dem Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“, trotz Corona mit samt all den Einschränkungen. Wie die Stadtverwaltung Stendal im Auftrag des Organisationsteams informiert, „sieht der Wettbewerb in diesem Jahr pandemiebedingt anders aus“.

Die Teilnehmer sind nicht live auf einer Bühne zu erleben, sondern erstellen Videoaufnahmen von ihren Wettbewerbsbeiträgen und geben die USB-Sticks mit den Dateien bei ihrer Musikschule ab. Eine Jury aus Mitgliedern des Regionalausschusses „Jugend musiziert Altmark“ mit der Leiterin Maike Schymalla an der Spitze wird dann die Stendaler Beiträge am Sonnabend, 30. Januar, und die Salzwedeler Beiträge am Sonntag, 31. Januar, anschauen, beraten und bewerten.

Die jungen Musiker treten in den Kategorien Blasinstrumente solo, Gitarre solo, Klavier vierhändig, Duo Klavier und ein Streichinstrument, Duo Kunstlied an. Normalerweise gehört auch die Kategorie Schlagzeug-Ensemble zum Wettbewerb dazu. „Während jedoch die Duos verordnungskonform zuhause zusammen proben konnten und die Lehrer virtuell dabei waren, konnten sich die Schlagwerker nicht treffen“, heißt es in der Mitteilung.

Mit vier Teilnehmern sei die Stendaler Truppe zu groß gewesen, um sich treffen zu dürfen. Für die Schlagwerker hofft der Regionalausschuss auf eine bundesweite Sonderregelung, die diesen Teil des Wettbewerbs nachholt, sobald Treffen und Musikschulunterricht in der Musikschule wieder möglich sind.

Obwohl der Regionalwettbewerb Altmark mithilfe von USB-Sticks ausgetragen wird, erhalten alle Teilnehmer eine Urkunde und Beratung durch die Jury. Wie der Talentwettbewerb dann fortgesetzt wird, steht laut Mitteilung noch nicht fest. Nachdem der Wettbewerb 2020 pandemiebedingt nur auf Regionalebene stattfand, sei es der Bundesgeschäftsstelle „Jugend musiziert“ ein Anliegen, dass er in diesem Jahr auf jedem Fall stattfindet. Zudem bestehe die Hoffnung, dass der Landes- und der Bundeswettbewerb wieder als Präsenzveranstaltungen ausgetragen werden.

„Unsere Schüler haben sich seit dem letzten Sommer intensiv auf diesen Wettbewerb vorbereitet“, so Maike Schymalla, seit 2008 Schulleiterin der Musik- und Kunstschule Stendal. „Es ist enorm wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen gerade in dieser Zeit Ziele haben, für die es sich zu üben lohnt. Da es keine Vorspiele und Konzerte geben kann, ist der Wettbewerb in diesem Jahr umso wichtiger.“

Zur Frage des Online-Unterrichtes und der Online-Vorbereitung auf den Wettbewerb berichtet sie: „Natürlich juckt es den Lehrern in den Fingern, wenn sie ihre Schüler nur über den Bildschirm oder den Telefonhörer unterrichten dürfen. Der Online-Unterricht ist ein guter Ersatz für diese besondere Zeit; präsentes Unterrichten würde aber natürlich zu viel besseren Ergebnissen führen. Das ist allen Lehrern bewusst. Dennoch ist es wichtig, die Schüler gerade in dieser Zeit mit Motivation und Zielen an ihr Instrument zu binden. Denn eins haben die Schüler jetzt mehr als sonst: Zeit“, so Maike Schymalla.