Stendal l Frauenpower bei den Wirtschaftsjunioren. Der altmarkweite Verein junger Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahre wird von Anika Brandt angeführt. Die 31-Jährige berät Lebensmittelbetriebe in Hygienefragen und tritt nun für ein Jahr die Nachfolge von Nadine Mewes, die ein Hotel in Salzwedel betreibt, an.

„Es wird eine spannende Zeit“, sagte Anika Brandt im Volksstimme-Gespräch nach der Jahreshauptversammlung. Als Stellvertreterin habe sie bereits im Vorstand mitgewirkt und wisse, dass die ehrenamtliche Arbeit bei den Wirtschaftsjunioren (WJ) neben Beruf und Familie einen breiten Raum einnehme. Zudem stehe im kommenden Jahr mit der Ausrichtung der Mitteldeutschen Regionalkonferenz der Wirtschaftsjunioren, kurz MIRKO genannt, eine große Herausforderung an, bevor die WJ Altmark am 25. Mai ihr zehnjähriges Bestehen feiern.

400 Konferenzteilnehmer erwartet

Zuvor, vom 15. bis zum 17. Mai, werden 400 Teilnehmer aus ganz Mitteldeutschland und darüber hinaus zur Konferenz erwartet. Das Veranstaltungszentrum wird der Campus der Hansestadt sein, untergebracht sind die Wirtschaftsjunioren in Stendal und Tangermünde. Die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren, in einer der Arbeitsgruppe wirkt auch Anika Brandt mit.

Sie freue sich sehr auf die Präsentation der Region, bei der aufgezeigt werden soll, was die Altmark alles zu bieten hat. Neben den Workshops und Vorträgen finden zahlreiche Themenausflüge zu Firmen und Sehenswürdigkeiten in beiden Altmarkkreisen statt.

Stolz auf Bundespreis

Trotz des enormen Pensums, das für die MIRKO aufgebracht werden muss, „werden wir unsere Projekte nicht vernachlässigen“, sagte Anika Brandt. In dieser Hinsicht seien die Wirtschaftjunioren in den zurückliegenden Monaten sehr kreativ und erfolgreich gewesen. Besonders stolz, ergänzte Pressesprecher Tim Kühne, seien die Altmärker auf die Auszeichnung für die beste Umsetzung des weltweiten Projekts „World Cleanup Day“ durch den Deutschen WJ-Dachverband im September.

Die Altmärker haben den sogenannten Welt-Putztag auf eine ganze Woche ausgeweitet, etwa 1.100 Kinder und 400 Erwachsene mobilisiert, die Umwelt von Müll und Schutt zu befreien. Ausgerichtet wurde das Projekt in der Hansestadt Gardelegen und ihren Ortsteilen, in Kooperation mit der Stadt und der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel. Teilgenommen haben zahlreiche Jugendfeuerwehren, Schulen und Kitas, insgesamt wurden 5,8 Tonnen Müll gesammelt, berichtete Tim Kühne und fügte hinzu: „Es war einfach toll, die Kinder beim Sammeln zu begleiten und zu hören, wie empört sie sich über den Müll in Wäldern und Co. unterhalten haben.“

Mit Kindern Apfelsaft herstellen

Neben dem Putz-Tag sollen die Projekte, die überwiegend an Schüler gerichtet sind, fortgesetzt werden. Dazu gehören „Ein Tag Chef“, „SchuWiDu“, „Neue Medien“, bei dem es um das Erlernen des Programmierens geht, und „Wirtschaftswissen im Wettbewerb“. Fortgesetz werden soll auch das Projekt „Most Wanted“. Es richtet sich an Kindergärten, um den Mädchen und Jungen zu zeigen, wie Apfelsaft hergestellt wird.

Das Obst werde zuerst gesammelt und dann zu Saft gepresst, den die Kita verwerten kann. „In der Regel reicht der Vorrat für ein Jahr“, erläutert Nadine Mewes, die als Mutter von drei Kindern von diesem Projekt sehr begeistert ist.

Mit der Neuwahl wird die 34-jährige Hotelbetreiberin nun in die Rolle der Pastpräsidentin schlüpfen und weiter die Vorstandsarbeit unterstützen. Sie bedankte sich auf der Jahreshauptversammlung, die im Hotel „Schwarzer Adler“ in Stendal stattfand, mit sehr persönlichen Worten bei all ihren Wegbegleitern. „Es war eine tolles, wenn auch sehr anstrengendes Jahr“, so ihr Fazit.

Weiter gehören dem neuen Vorstand an: die beiden Stellvertreter Dominique Strauß aus Stendal und Tim Kühne aus Osterburg, der Schatzmeister Stephan Klakow aus Stendal und der Kreisgeschaftsführer Sebastian Weyl aus Salzwedel. Insgesamt zählen zu den Wirtschaftsjunioren Altmark 70 Mitglieder, 125 Interessenten und 25 Förderer.