Buch/Bösdorf l Unter der Trockenheit in den vergangenen Jahren litt auch die Flora und Fauna auf den Elsholzwiesen zwischen Buch und Bölsdorf. Um die gefährdeten Feuchtlebensräume in diesem Naturschutzgebiet für die nächsten Generationen zu erhalten, soll 2021 vor Ort ein Wasser-, Lebensraum- und Klimaschutzprojekt verwirklicht werden, teilte Susanne Reinhardt von der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe mit.

Ziel sei die Verbesserung der Wasserqualität und die Sicherung des Lebensraumes für seltene Wiesenvögel, Amphibien und Fledermäuse. Das Biotop solle so gestaltet werden, dass am Ende ein Verbund von Kleingewässern entsteht.

Auch die Fledermäuse brauchen Futter

„Dafür werden vorhandene Senken vertieft und wieder an den Grundwasserleiter angeschlossen, damit sie möglichst über die gesamte Frühjahrs- und Sommerzeit flach wasserführend sind“, so Reinhardt. Man verspreche sich dadurch eine bessere Wasserqualität und damit auch bessere Brutmöglichkeiten für dort vorkommende und vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine oder Kiebitz. Zahlreiche Amphibienarten, darunter Rotbauchunke und Kammmolch, sollen ebenfalls von der künftigen Schaffung der durchgehend nassen beziehungsweise feuchten Lebensräume profitieren.

Auch für die wassergebundenen Fledermäuse im historischen Altarm der Elbe sollen die Jagdhabitate durch Senkenvertiefung, Grabenabflachung und die Anlage von Grabentaschen optimiert werden. „In und an solchen Kleingewässern entwickeln sich Insektenbruten, die unter anderem als Nahrungsgrundlage dienen“, erklärt Reinhardt. Gleichzeitig komme diese Biotopverbesserung auch der Umweltbildung zu Gute, denn die Elsholzwiesen sind beliebte Exkursionsziele des Nabu und des Zentrums für Ökologie, Natur und Umweltschutz im angrenzenden Dorf Buch.

Dieses Naturschutzgebiet ist 161 Hektar groß und teilweise Bestandteil des FFH-Gebietes „Elbaue zwischen Derben und Schönhausen“. Der Komplex aus Grünland und Feuchtgrünland ist Lebensraum für charakteristische Pflanzenarten wie Gelbe Wiesenraute, Zungenhahnenfuß, Sumpfhaarstrang, Froschbiss, Ufersegge Wasserfeder oder Wiesensalbei.

Vogelarten wie der Große Brachvogel, die Uferschnepfe, der Wachtelkönig oder auch der Rotmilan kommen hier vor. Zu den Amphibien auf diesem Areal zählen die Erdkröte, der Gras- und der Moorfrosch, die Wechselkröte, die Kreuzkröte oder die Rotbauchunke. Dazu gesellen sich verschiedene Libellen, Heuschrecken und Fledermäuse. Zur Pflege der Wiesen setzt der Nabu Wasserbüffel und Koniks ein.

Unescco unterstützt

Unterstützt werden die Pläne der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe von der deutschen Unescco-Kommission und dem Unternehmen Danone Waters. In dieser Konstellation wurde im Biosphärenreservat Mittelelbe bereits vor sieben Jahren ein Wasserrückhalteprojekt verwirklicht. An einem Elbe-Vorfluter nahe Dessau-Roßlau wurde eine Stauanlage instand gesetzt, die das verzögerte Ablaufen von Oberflächenwasser in die Elbe reguliert. Zudem wurden in Grabennähe Feuchtsenken angelegt, die zurückgehaltenes Wasser aufnehmen und als wertvoller Lebensraum für auentypische Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung stehen.