Stendal l DRG, das steht für „diagnosis related groups“, zu Deutsch „diagnosebezogene Fallgruppen“. Dahinter steckt die pauschale Vergütung von Krankenhausleistungen, je nach Diagnose. „Davon werden Medikamente bezahlt, Ärzte, Pflegepersonal“, zählte Dr. Hans-Peter Sperling, Chefarzt der Kinderklinik, auf. Um sich aber auch das eine oder andere Extra leisten zu können, was weder durch die DRG-Erstattung noch den Krankenhaushaushalt finanziert werden kann, wurde vor 20 Jahren der Förderverein der Kinderklinik Stendal gegründet.

Traum der großen Erbschaft

Aus der Taufe gehoben hatte ihn der damalige Chefarzt der Kinderklinik, Prof. Wolf Görke. 2008 wurde Sperling sein Nachfolger auf diesem Posten, nun als Vorsitzender des Fördervereins. „Wir haben jetzt einen prächtigen Vorsitzenden, der den Staffelstab übernommen hat“, meinte Görke. Mit 75 Jahren sei das ein gutes Alter gewesen, den Posten abzugeben. Im Ruhestand ist er aber nicht, bietet weiterhin die kinderneurologische Sprechstunde an.

Einer seiner großen Träume in den 20 Jahren sei gewesen, dass dem Verein eine große Erbschaft zukomme, von der ein medizinisches Gerät angeschafft werden könnte. Aus dem nordrhein-westfälischen Datteln ist ihm ein solcher Fall bekannt. Eine ältere Dame, die begeistert von der Behandlung ihrer Enkeltochter auf der Kinderstation war, legte in ihrem Testament fest, dass ein wichtiges Gerät für die Klinik angeschafft werden soll.

20.000 Euro für wichtiges Gerät

So etwas ist in Stendal bislang noch nicht passiert, aber eine Großinvestition wurde auch schon getätigt. Über 20.000 Euro hatte das Amplituden-EEG gekostet. Damit können dauerhaft die Hirnströme überwacht werden. „Ganz aktuell haben wir damit ein Kind gerettet“, sagte Sperling. Unter der Geburt hatte es starken Sauerstoffmangel. Um die Gehirnzellen zu retten, werden die Kinder drei Tage lang auf 34 Grad Celsius heruntergekühlt. Dabei war es wichtig, die Hirnströme zu überwachen. Schließlich konnte das Kind ins normale Leben entlassen werden. „Ohne dieses Gerät wäre es schwerstbehindert gewesen“, sagte Sperling. Solche Fälle gebe es viermal im Jahr.

Auf Spenden angewiesen

So sorgt der Förderverein eben nicht nur für Dinge, die der Kinderseele guttun, etwa die Einrichtung im Spielzimmer, dem Wartebereich oder auch der Besuch eines Klinikclowns, sondern hat auch ganz konkrete medizinische Hilfe ermöglicht. Für Eltern, die etwas weiter weg wohnen und finanziell knapp dastehen, werden unbürokratisch Fahrtkostenzuschüsse gewährt.

32 Mitglieder zählt der Verein. Er ist auf Spenden angewiesen, manchmal wird vom Gericht eine Geldstrafe, die einer sozialen Einrichtung zugute kommen soll, zugesprochen.

Wer den Verein unterstützen will: DE61 1608 0000 0045 1182 81 bei der Dresdner Bank.