Stendal l Nach dem Wahl- desaster der Bundespartei 2013 stehen die Liberalen – auch die im Osten der Altmark – seit dem Wiedereinzug in den deutschen Bundestag im September 2017 mit breiter Brust auf der politischen Bühne. Auch Marcus Faber, der 35-jährige promovierte Politikwissenschaftler aus Stendal, der den FDP-Kreisverband bereits in noch jüngeren Jahren zu führen lernte und seit mittlerweile eineinhalb Jahren selbst Bundestagsluft schnuppert. 16 FDP-Mitglieder waren in die Kreisstadt gekommen, um über die liberalen Kreistagskandidaten zu entscheiden. In den drei Wahlbereichen werden je acht bis zwölf Kandidaten antreten (siehe Info-Kasten). Gewählt wurde in geheimer Abstimmung, teils namentlich, teils im Block. Soll heißen: Über die jeweils ersten drei Kandidaten einer Liste wurde personengebunden abgestimmt.

Nicht aus zweiter Reihe meckern

Spitzenkandidat der FDP-Liste im Wahlbereich I (Hansestadt Stendal) ist ein Stendaler, jung an Jahren. Uwe Schmidt heißt er, seit einem halben Jahr FDP-Mitglied und Kandidat für den Kreistag, weil er nicht zu denen gehören wolle, „die aus der zweiten Reihe meckern, sondern selbst mitgestalten und junge Leute begeistern, Verantwortung zu übernehmen, sich kommunalpolitisch einzumischen“. Die Sportförderung will Schmidt zu einem seiner Kernthemen machen, so er denn in den Kreistag gewählt wird. Die Kreisversammlung war einstimmig dafür. Ebenso wie für Astrid Bleißner auf Listenplatz zwei und Marcus Faber auf Platz drei. Die weiteren sechs Männer und Frauen, die im Wahlbereich I antreten, wurden zwar im Block gewählt, aber dennoch geheim und mit einem Ja, einem Nein oder einer Enthaltung für jeden einzelnen Kandidaten.

Das gleiche Prozedere für den Wahlbereich II, Osterburg-Bismark. Dort führt Ralf Berlin aus Schinne die FDP-Liste an. Als Kreistagsmitglied beackerte er mehrere Jahre das kommunalpolitische Feld. Er tritt für die Kreistagswahl an, „damit die liberale Stimme wieder stärker hörbar wird und wir dort, wo es etwas zu kritisieren gibt, das Feld nicht den Populisten überlassen.“

Ruhig mal unbequem sein

Mit zwölf Kandidaten ist die FDP im Wahlbereich III, Elbe-Havel-Tanger, zahlenmäßig am stärksten besetzt. Sie wird von Arnold Bausemer aus Schönhausen angeführt. Der 65-Jährige Rentner ist eines der FDP-Urgesteine im Landkreis. Bürgermeister war er, Kreistagsmitglied ist er noch immer und jemand, der gern auch unbequem ist, wenn es zum Beispiel bei der Straßen- und Brückensanierung im Landkreis noch immer nur schlepppend vorangeht. Wichtig ist ihm außerdem, den Bürgern im ostelbischen Teil des Landkreises im Kreistag Gehör zu verschaffen. Auf den weiteren Spitzenplätzen im Osten und Süden des Landkreises kandidieren für die FDP der Tangermünder Gastwirt Timo Schönwald und der Schönwalder Landwirt Michel Allmrodt.