Stendal l Das Müllproblem an der Hohen Bude ist immer noch nicht abschließend gelöst. In der Sitzung des Haupt- und Personalausschusses am 23. November hatte Olaf Lincke (Piraten) darauf aufmerksam gemacht, dass an der Ecke zum Markt gelbe Säcke aufgerissen sind, der Abfall das Stadtbild verschandele. Der Entsorger Cont-Trans hatte sich geweigert, die Säcke mitzunehmen, da nicht ordnungsgemäß getrennt worden war. Lincke machte den Vorschlag, den Bauhof mit der Entsorgung zu beauftragen und dem Ver-ursacher in Rechnung zu stellen.

Aus dem Ordnungsamt bekam Lincke nun die Antwort, dass das Ablagern von Müll und das Liegenlassen nicht korrekt getrennten Mülls nicht nur die Hansestadt, sondern auch die umliegenden Gemeinden zunehmend betreffe. Grundsätzlich sei allerdings der Landkreis Stendal die zuständige Behörde. Daher habe das Ordnungsamt bereits am 4. November dem Kreis über den Ablageplatz Meldung gemacht. Nachdem nichts geschehen war, bekam die Behörde am 16. November eine Erinnerung mit dem Hinweis auf die Windverhältnisse, die zu einer schnellen Verbreitung des Mülls führen könnten.

Landkreis zuständig

Der Müll blieb liegen und das Ordnungsamt verweist mit Hinweis auf das Verwaltungsgericht Magdeburg nochmals darauf, dass der Landkreis für die Entsorgung „verbotswidrig abgelagerter Abfälle, die in den aufgedrängten Besitz der Kommune gelangt sind“ zuständig ist. Und um solche handele es sich, schließlich seien sie nicht korrekt sortiert und vom Verursacher nicht wieder weggeräumt worden, nachdem der Entsorger die Abfälle nicht mitgenommen hatte.

Im Färberhof machte man sich über die Zuständigkeiten keine Gedanken, sondern ergriff zwischenzeitlich die Initiative. Kinder und Erwachsene räumten Leichtverpackungen und Restmüll weg, sorgten für ein schönes Straßenbild. Das wiederum rief Lincke während der jüngsten Sitzung des Stadtrates erneut auf den Plan.

Färberhof musste 60 Euro bezahlen

„Ich würde mir wünschen, dass der Oberbürgermeister auf den Färberhof zugeht und die Kosten für die Beseitigung übernimmt“, sagte er. Wenn sie schon den Dreck selbst wegräumen mussten, könnte die Stadt wenigstens die Kosten tragen. Die betragen immerhin rund 60 Euro. „Ich kümmere mich darum“, sicherte Klaus Schmotz (CDU) zu.

Mit der Wiedereröffnung des Kornmarktes wird das Müllproblem aus der Hohen Bude verschwinden. „Jetzt sind wieder die Eigentümer für den Müll vor ihrem Haus verantwortlich, die Situation war durch den vorübergehenden Sammelplatz anders“, erklärte Lincke gestern im Gespräch mit der Volksstimme.