Stendal (dly) l Schwester Ulrike Hofmann gehört zum Team auf der Infektionsstation des Johanniter-Krankenhauses. Wenn sie die Patientenzimmer betritt, dann nur unter Vollschutz. Denn bei Kontakt mit den an Corona-Erkrankten sind Atemschutzmaske, Schutzvisier, Schutzhaube, Schutzkittel und Handschuhe Pflicht. „Etwa sechsmal am Tag gehe ich ins Zimmer, je nach Intensität der Behandlung und Betreuung“, berichtet Ulrike Hofmann.

29 Intensivbetten

Höchste Sicherheitsvorkehrungen herrschen vor allem in dem Bereich, in dem Corona-Patienten behandelt werden. Ein Stopp-Schild warnt vor unbefugtem Betreten. Der Station ist eine Schleuse vorgelagert. Seit Ende vergangener Woche werden schwer an Corona erkrankte Patienten und Verdachtsfälle auf der Infektionsstation des Krankenhauses behandelt. Von derzeit drei Corona-Patienten im Klinikum müssen zwei beatmet werden, teilte Krankenhaus-Sprecherin Claudia Klupsch mit.

„Wir haben in Vorbereitung auf ein zu erwartendes erhöhtes Patientenaufkommen unsere Kapazität an Intensivbetten aufgestockt“, informierte Dr. Sebastian Klemstein, der gemeinsam mit Dr. Martin Mohren die Station leitet. Insgesamt stehen auf der Intensivstation 14 und auf der Infektionsstation 25 Intensivbetten zur Verfügung. „Täglich werden Ärzte und Schwestern des Krankenhauses mit Schulungen über Hygiene und Schutzkleidung unterwiesen“, so Dr. Klemstein.

Normaler Betrieb läuft weiter

Der normale Krankenhausbetrieb läuft weiter, wenn auch deutlich „abgespeckt“. „Wir richten uns nach Vorgaben des Bundesgesundheitsministers und haben verschiebbare OPs verschoben. Dabei gilt die ärztliche Entscheidung. Wir halten Kontakt zu unseren Patienten, telefonieren regelmäßig mit ihnen, fordern sie auf, bei sich verschlechternder gesundheitlicher Befindlichkeit anzurufen. Dringliche OPs wie Tumor­operationen und Notfall-OPs führen wir selbstverständlich durch“, sagte Prof. Jörg Fahlke, Ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses.