Stendal (ru/wo) l Mit einem Hochdruck-Reinigungsgerät ist das Gustav-Nachtigal-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz in Stendal von den Schmierereien befreit worden. „Es sieht aus wie Blut“, sagt Tobias Hundt vom städtischen Bauhof, der am gestrigen Dienstag mit zum Reinigungskommando gehörte. Um welchen Farbstoff es sich genau handelt, ist laut Rathausinformation Gegenstand der Ermittlungen von Polizei beziehungsweise der Untersuchung einer Spezialfirma.

Anzeige erstattet

Unbekannte hatten den Sockel des Denkmals in der Nacht zum 26. Juli verunstaltet. Daraufhin erstattete die Stadtverwaltung eine Anzeige. Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, schließt die Polizei nicht aus. In der Vergangenheit wurden in Stendal mehrere Denkmäler angegriffen.

Was indes für eine politische Motivation spricht, ist die Verwicklung Nachtigals in die Kolonialgeschichte des Deutschen Kaiserreiches. Der Militärarzt und Afrikaforscher wurde 1834 in Eichstedt geboren und wuchs in Stendal auf. Er starb 1885 in Westafrika.