Stendal l Es begann an einem Sommerabend, der schöner hätte kaum sein können, in gewohnter Manier mit Altmarkbrass. Zum Auftakt einer jeden Stendaler Kulturnacht an einem anderen Ort und dieses Mal auf dem Mönchskirchhof, formieren sich Musiker der Musikschulen, aus Musikvereinen und Musikliebhaber zu dieser außergewöhnlichen Band unter Leitung von Johannes Schymalla.

Zehn Stationen, 20 Angebote

Derart eingestimmt schwärmten die Stendaler aus, in der Regel eine ganz individuelle Auswahl treffend. Der Ehrgeiz, alle zehn Stationen der Stendaler Kulturnacht 2018 im wahrsten Wortsinn anlaufen und jedes der mehr als 20 Angebote annehmen zu wollen, hätte den Genuss dieses Abends wohl dann auch etwas geschmälert. Die einen begannen am Gertraudenhospital, ließen sich durch selbiges führen. Manche blieben, um das Konzert von Dr. Assion Lawson und Freuden in der kleinen Kapelle und mit ihm ein Stück Afrika zu erleben.

Andere bestiegen erst einmal das Tangermünder oder das Uenglinger Tor – seltene und daher am Sonnabend gern genutzte Gelegenheit – um den Blick über die Stadt zu genießen oder sich einen Überblick über die an diesem Abend mit großen weißen Lichtsäulen markierten kulturvollen Orte zu verschaffen.

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Trommelklang und Sushi ohne Fisch

So mancher fand sich aber auch im Innenhof der Musik- und Kunstschule wieder, um sich bei Jazzmusik zu einem kühlen Getränk und anderen Köstlichkeiten wie veganem Sushi einladen zu lassen, angeboten von Rahel Ulrich. Ihre Leidenschaft ist eigentlich das Saxophon. Auf diesem Instrument nimmt die 30-Jährige an der Kunst- und Musikschule Unterricht. Am Sonnabend bedankte sie sich dafür auf kulinarische Art. Hier an der Poststraße trafen sich auch die Kulturnacht-Bummler Anne Dulig und Markus Jürisch eher zufällig mit Freunden und beschlossen, ihr Erleben einer kulturvolle Nacht von da an zu einem gemeinsamen werden zulassen. So erlebten sie Livemusik in der Stadtbibliothek und machten beim Besuch der Katholischen Kirche St. Anna eine Kulturerfahrung ganz anderer Art. Stille, zur Ruhe kommen, die Bilder betrachten, in denen die Erstkommunionskinder der Gemeinde ihre Kirche erklären, eventuell auch eine Kerze anzünden. Bereits nach der ersten Kulturnacht-Stunde brannten mehr als 20 davon auf dem Opferstock unter der Pietà .

Zum Ausklang dann noch einmal ein Abstecher ins Theater, wo Schauspieler Dimitrij Breuer und der musikalische Leiter des TdA, Andreas Dziuk, „Songs über Einzelgänger und Draufgänger“ anstimmten, oder in den Kreuzgarten des Doms, in dem Magda Abdel-Sattar, Omar Dabbous und Fares Mahmoud Poesie und Musik aus ihrer syrischen Heimat präsentierten. Wie gesagt: Der Angebote gab es viele und Stendaler, die sie annahmen, noch viel mehr. Was bleibt, sind Erinnerungen an kulturvolle Stunden und Vorfreude auf die Stendaler Kulturnacht 2019.