Stendal l Mit einem Anruf aus dem niedersächsischen Harzstädtchen Bad Sachsa fing es an. Die dortige Tourismus-Information wandte sich an den Stendaler Husarenverein. Die Pferdebahn sollte Teil des Kutschenkorsos werden. „Da habe ich gleich zugesagt“, meinte Vereinsvorsitzender Peter Krupp im Gespräch mit der Volksstimme. Die erste Hürde war das Verladen der Bahn auf einen Tieflader. Im Vorfeld war schon einmal die Eignung des Anhängers getestet und aus der Erkenntnis waren spezielle hölzerne Rampen angefertigt worden. Dennoch dauerte das Verladen rund eineinhalb Stunden. Dann stand die Bahn, die bis zum Oktober 1926 als öffentliches Verkehrsmittel in Stendal unterwegs war, sicher verzurrt auf dem Wagen, zur ersten Fahrt außerhalb von Stendal bereit. Da die Pferdebahn immerhin 3,05 Meter hoch ist, wurde die maximal zulässige Höhe von vier Metern gerade noch eingehalten.

Der Kutschenkorso findet alle zwei Jahre in Bad Sachsa statt, in diesem Jahr zum sechsten Mal. Prächtige Gespanne, wunderschöne Pferde und historische Kutschergewänder, diese Mischung lässt die Veranstaltung zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Der Höhepunkt war um die Mittagszeit eine Präsentation der toll geschmückten Kutschen vor dem historischen Rathaus Bad Sachsas. Danach wurden die mehr als 20 Gespanne auf dem Schützenplatz aufgestellt, wo es ein buntes Rahmenprogramm gab – von Musik auf der Bühne bis zum Ponyreiten für Kinder.

Stendal-Werbung bei den Pendelfahrten

Und die Stendaler Pferdebahn war nicht einfach eines der Gespanne. Nach der Teilnahme an der Präsentation wurde sie nämlich als Shuttle zwischen Rathaus und Festplatz eingesetzt. Das war auch extra auf den Veranstaltungsplakaten beworben worden. Auf dem Plakat war auch das Signet der Hansestadt abgebildet Peter Krupp und Susann Junghans nutzten bei den Pendelfahrten die Gelegenheit, den Fahrgästen über die Historie der Stendaler Pferdebahn zu erzählen und Werbung für Stendal zu machen.