Brandserie

Landgericht Stendal: Mutmaßliche Brandstifter aus Arneburg sagen aus

Von Günther Tyllack

Stendal

Eine Brandserie, die im Raum Arneburg Menschen über viele Monate in Atem gehalten hat, wird jetzt vor dem Landgericht Stendal aufgearbeitet. Am Donnerstag bekamen zwei Arneburger, die in Handschellen vorgeführt wurden, zunächst Gelegenheit, sich zu den rund 20 Anklagepunkten zu äußern.

Die beiden Angeklagten kennen sich seit Kindestagen. Gegenseitige Besuche mit Alkohol- und Drogenkonsum gehörten, wie sie offen einräumten, zum Alltag, wenn sie sich trafen. Die Anklage wirft den Männern vor, gemeinsam oder einzeln handelnd zwischen Juli 2018 und September 2020 insbesondere im Großraum Arneburg diverse Brände gelegt zu haben.

Strohballen in Arneburg angezündet

Angezündet wurden in erster Linie Strohballen, aber auch Schuppen, leerstehende Gebäude und Freiflächen. Der Schaden der Brandstiftungen wurde mit rund 450.000 Euro beziffert. Allein an einem landwirtschaftlichen Gebäude war ein Schaden in Höhe von einer Viertelmillion Euro entstanden.

Einen kleineren Teil dieser Taten räumte der heute 31 Jahre alte Angeklagte umfänglich ein. Eigentlich hätte man ja verabredet, „die Klappe zu halten“, wenn man gefasst werde, aber er bereue die Taten aufrichtig und habe bei der Polizei bereits umfassend ausgesagt. Auch vor Gericht belastete er den anderen Angeklagten schwer. Dieser, heute 34 Jahre alt, hat, wie in einem anderen Prozess bekannt geworden war wie in einem anderen Prozess bekannt geworden war, im Strafregister schon etliche Eintragungen – darunter auch wegen Brandstiftung. Gleichwohl wies er nahezu alle Anklagen und auch die Aussagen des Freundes weit von sich. Bei seinem Freund habe er eine starke Wesensveränderung festgestellt. Die Freundschaft habe deshalb gelitten.

Angeklagter aus Arneburg streitet Brandstiftung ab

In seiner Erklärung hieß es weiter, er habe keinerlei Zerstörungsabsichten und auch keine Freude an Bränden. Es sei richtig, dass er mit seinem Freund hingefahren sei, als es gebrannt habe, und er habe Brände gemeldet.

Aber auch dieser Angeklagte räumte Straftaten ein. So habe er Leute anonym angerufen, weil er sich von ihnen beschattet und dadurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt gefühlt habe. Und ja, er habe mit dem anderen Angeklagten aus einem Bootsschuppen diverse Gerätschaften gestohlen. Auch dieser Schuppen war in Brand gesetzt worden. Autofahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss räumte der Mann ein. Aber mit den Bränden an sich habe er nichts zu tun.

In der ersten kurzen Befragung durch das Gericht blieb der Angeklagte indes die meisten Antworten schuldig. Er konnte weder die Wesensveränderung des Freundes beschreiben, noch konnte er erklären, warum er versucht hatte, das GPS-Ortungssystem, das in seinem Firmenwagen installiert war, auszubauen. Die Frage, warum er sich mit seinem Freund immer wieder getroffen und mit ihm herumgefahren sei, wenn sich dessen Wesen doch so stark verändert habe, blieb ebenfalls unbeantwortet.