Stendal l Thomas Müller hatte am Donnerstag eindrucksvolle Zahlen in den Ausschuss für Bau, Verkehr und digitale Infrastruktur mitgebracht. 473 Kilometer Kreisstraßen gibt es, seit 1990 sind 173 Kilometer saniert worden. „Das heißt aber auch, dass es noch 300 Kilometer Straßen aus DDR-Zeiten gibt“, sagte der Sachgebietsleiter Straßenbau. Die längste Kreisstraße ist die K 1069 von Düsedau bis Kremkau mit 33 Kilometern. Die kürzeste Kreisstraße ist die K 1481 Zubringer von der Landessstraße L 30 nach Windberge mit 144 Metern.

Zudem gibt es auf dem Kreisgebiet 48 Brücken, 27 davon sind in den vergangenen knapp 28 Jahren gebaut worden, dazu gehören die sechs großen ICE-Brücken. Die größte Brücke ist die ICE-Brücke bei Döbbelin mit einer Stützweite von 173 Metern (acht durch Pfeiler getrennte Brücken-Felder). Die kleinste Brücke hat eine Stützweite von 2,45 Metern und führt über einen Graben bei Jerchel.

19 Millionen investiert

78,5 Millionen Euro sind seit 1990 in Straßenbaumaßnahmen investiert worden. Allein in den Jahren 2014 bis 2017 wurden 40,5 Kilometer Straßen im Rahmen der Hochwasser-Schadensbeseitigung neu gebaut und zusätzlich zwei Brücken erneuert. Das waren insgesamt rund 19 Millionen Euro an Investitionen.

Zusätzlich wurden im Jahr 2016 die Ortsdurchfahrten Bismark und Goldbeck fertiggestellt, eine Brücke bei Lichterfelde sowie zwei Kilometer im Zuge der Kreisstraße K 1070 in Richtung Industriegebiet und Zellstoffwerk neu gebaut. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Im Bereich Straßenunterhaltung wurde 2016 die Betonoberfläche der ICE-Brücke bei Hämerten für 230.000 Euro saniert.

Zwölf Durchfahrten ab 2020

Straßenbau ist ein Thema, das letztlich nie zu Ende erzählt ist. So hat Müller eine Bedarfsliste zusammengestellt, auf der die Maßnahmen aufgeführt sind, die ab 2020 im Landkreis Stendal angegangen werden sollen. Allein zwölf Ortsdurchfahrten stehen auf der Liste, von 102 Metern in Iden bis zu 1117 Metern in Seehausen. Der Sachgebietsleiter hat pro Meter Ortsdurchfahrt Kosten von 1450 Euro veranschlagt. Insgesamt ergibt sich daraus eine Summe von zehn Millionen Euro. Auf freier Strecke ist der Meter günstiger, Müller legte 800 Euro zugrunde.

Saniert werden sollen neun Streckenabschnitte, zwei davon beinhalten auch einen Radweg. Insgesamt müssen in die freien Strecken rund 17 Millionen Euro investiert werden. Schließlich stehen auch noch sechs Brücken auf dem Sanierungsplan, darunter die etwa 1900 gebaute Brücke bei Ferchland über den Tauben Aland. Vier Millionen Euro werden für diese Maßnahmen fällig.

Finanzierung nicht sicher

Noch allerdings steht die Finanzierung kommunaler Straßenbaumaßnahmen ab 2020 nicht fest. Sobald diese aber gesichert ist, soll nach der Liste aus dem Straßenbauamt vorgegangen werden, sagte Müller im Ausschuss.