Bölsdorf l Auf rund 60 Hektar um Bölsdorf und Köckte herum bauen die Garlipps Spargel an, aber auch diese Familie muss zum Osterfest auf das Edelgemüse verzichten. Sonne und Wärme sind noch zu schwach, um die begehrten Stangen aus dem Boden zu locken. Außergewöhnlich ist das nicht, weiß Arne Garlipp. Seit 22 Jahren sind die Schelldorfer im Geschäft, Spargel zum Osterfest war aber auch in der Vergangenheit eher die Ausnahme als die Regel.

„Die Verbraucher sind durch das vergangenen Jahr verwöhnt“, schmunzelt der Gemüsebauer. 2017 habe das Spargeljahr nämlich außergewöhnlich früh begonnen, bereits Ende März konnte mit dem Stecken begonnen werden. Zudem war Ostern eine Woche später als in diesem Jahr, so dass reichlich Edelgemüse zu den Feiertagen auf dem Markt war. „Das Ostergeschäft war ein Segen für uns“, erinnert sich der Landwirt.

Erfahrungsgemäß könne im Freiland zwischen dem 25. April und 5. Mai mit der Ernte begonnen werden. Den Garlipps und ihren Kollegen gelingt es aber mittlerweile mit enorm viel Aufwand, bereits zwischen dem 5. und dem 10. April die ersten Stangen auf den Markt zu bringen. Unter Sonnentunneln wird dem Außenklima ein Schnippchen geschlagen. Aktuell stehen deshalb die rumänischen Erntehelfer der Garlipps in ihrer Heimat schon in den Startlöchern und der Fachmann rechnet damit, dass sie eine Woche nach dem Osterfest mit der Arbeit beginnen können. Dann werde es auch nicht mehr lange dauern und die Anlagen bringen vollen Ertrag, schätzt Arne Garlipp ein.

Wenn es auch mit dem Ostergeschäft nicht geklappt hat, so erwartet er dennoch eine gute Spargelsaison. Der vergangene Sommer mit Sonne und Regen, ein trockener Herbst und Frosttage im Winter taten den Pflanzen gut und lassen auf eine gute Qualität hoffen. „Dick und schmackhaft werden die Stangen sein“, sorgt Garlipp für Vorfreude unter den Gourmets. Ein Plus für die altmärkischen Anbauer sei weiterhin, dass aktuell auch im Süden Deutschlands das Frühjahr auf sich warten lasse. So können beispielsweise die Hessen, die in der Regel 14 Tage früher auf dem Markt sind, in diesem Jahr ihren klimatischen Vorteil nicht nutzen.