Uchtspringe l „Richtig so?“, blickt die 16-jährige Kristina etwas zweifelnd zu Anna Seydel, nachdem sie die Tomatenpflanze in den Topf gesetzt hat. „Ja, prima“, entgegnet Seydel, die seit zwei Jahren auf dem Hofgut arbeitet und unter anderem dessen Erzeugnisse im Hofladen an die Kunden bringt. Mit ihrer Antwort entlockt sie der 16-Jährigen ein Lächeln.

Kristina ist Schülerin der Stendaler Förderschule „Helen Keller“, besucht dort die Berufsschulstufe. Mit Klassenkameraden absolviert sie noch bis zum Freitag ein zweiwöchiges Praktikum auf dem Hofgut. Dabei werden die Jugendlichen von Lebenshilfe-Gruppenleiterin Brigitta Bartels angeleitet.

Tomatenpflanzen umgetopft

„Für die Berufsschulstufe finden pro Schuljahr zwei Praktika statt. Im Herbst waren wir bei der Lebenshilfe in Tangerhütte, und nun schnuppern die Schülern hier im Hofgut in die einzelnen Berufsbildungsbereiche hinein“, berichtet Christin Bläß, pädagogische Mitarbeiterin der Helen-Keller-Schule.

Tierzucht, Gartenbau und Landschaftspflege bietet die Lebenshilfe in Uchtspringe bei der beruflichen Bildung an. Zudem werden dort Trockenfrüchte verpackt und ein Hofladen betrieben. Für die Schüler bieten die Praktika die Chance, einen Einblick in die Ausbildung und die Tätigkeitsfelder zu nehmen sowie zu testen, ob da etwas für sie dabei ist. Diese Möglichkeit bietet der Tag der offenen Tür auch weiteren Interessenten beziehungsweise deren Verwandten. „Sie können schauen, ob ihre Fähigkeiten passen“, sagt Grit Sichmund-Grobler.

Dieser Tag der offenen Tür, so die Sozialarbeiterin bei der Lebenshilfe weiter, wendet sich aber auch an Sozialassistenten, Erzieher, angehende Fachkräfte sozialer Berufe. Sie erhalten einen Überblick über die Berufsbildung, werden mit den Methoden der Lebenshilfe vertraut gemacht.

Ausgemistet und gefüttert

Zum Programm zählen auch Mitmachaktionen – so das Umtopfen von Tomatenpflanzen. Die Helen-Keller-Schüler bekommen das unter Mithilfe von Anna Seydel gut hin. Christopher allerdings freut sich auf die Arbeit im Stall. „Wir haben bei den Schweinen ausgemistet und sie gefüttert. Das macht mir mehr Spaß“, erklärt der 16-Jährige, der erzählt, dass er Tier mag. Und so kann er sich vorstellen, „später mal als Landwirt zu arbeiten“.