Uchtspringe l Die Plane ausgelegt, den Ring des Oberteils aufgepumpt, beim Befüllen mit Wasser stellt sich die mobile Löschwasserentnahmestelle selbst auf – in wenigen Minuten ist sie auch schon einsatzbereit. Die 5000 Liter Wasser können über einen Stutzen eingefüllt werden oder über einen Schlauch, der ins Becken gehängt wird. Ziel ist eine konstant vorhandene Wassermenge im Einsatzfall, die im Idealfall so funktioniert: Während Löschwasser entnommen wird, wird gleichzeitig Wasser nachgefüllt.

Viele Waldbereiche sind unterversorgt

Diese mobile Löschwasser­entnahmestelle, die sich bequem zu einem 50 mal 50 Zentimeter großen Paket zusammenpacken lässt, hat das Land Sachsen-Anhalt angeschafft, Kosten 1100 Euro. Das Betreuungsforstamt Letzlingen hat vom Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt, das für den vorbeugenden Brandschutz zuständig ist, insgesamt vier solcher mobilen Entnahmestellen bekommen.

Im Sommer wurde eine davon an die Burgstaller Feuerwehr (für den Bördekreis) übergeben, zwei gingen in den Altmarkkreis Salzwedel, konkret in die Region Gardelegen, weil es dort die größten Anteile an Landes-Waldflächen gibt. Der Falttank für den Landkreis Stendal ist seit gestern offiziell bei der Feuerwehr Uchtetal in Uchtspringe/Börgitz.

Zu wenig Löschwasser in Altmark

„Wir haben viel zu wenig Löschwasser in der trockenen Altmark. Ganz viele Bereiche sind unterversorgt“, beschrieb Stefan Quitt, Leiter des Betreuungsforstamtes Letzlingen, die Situation. Und die verschärfe sich, weil von den 221 vorhandenen, zum Teil recht alten Entnahmestellen, immer wieder welche ausfallen, weil sie von den modernen Feuerwehrfahrzeugen mit deren Pumptechnik nicht mehr genutzt werden könnten. Die Verantwortlichen der Forst, Waldeigentümer und Kommunen müssten darum ein System schaffen, mit dem die Versorgung mit Löschwasser gesichert ist, so Quitt. Im vorbeugenden Brandschutz sei die Zusammenarbeit zwischen der Stendaler Feuerwehr und den Forstämtern und -revieren sehr gut, bestätigte Stadtwehrleiter Martin Jurga.

Mehr Löschwasser im Sommer

Eine Verbesserung wünscht sich der Stadtwehrleiter bei den Bereitschaftszeiten der Förster vor allem in der Sommerzeit, in der es vermehrt zu Waldbränden kommen könnte. Er habe schon Fälle erlebt, bei denen die Feuerwehrleute nachts im Wald gestanden hätten, aber kein Revierförster erreichbar gewesen sei. Das passiere aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Landesbehörden, beispielsweise mit der Landesstraßenbehörde, sagte Jurga im Gespräch mit Ralf-Peter Weber, Staatssekretär im Landes-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, der zur Übergabe der mobilen Entnahmestation nach Uchtspringe gekommen war. So wie Vize-OB Axel Kleefeldt. Der freute sich über die Anschaffung: „Jeder Cent für die Feuerwehr ist ein gut angelegter Cent.“

Weniger Waldbrände, aber größere Flächen

In diesem Jahr mussten die Feuerwehren zum Glück noch zu keinem großen Waldbrand ausrücken. Im Bereich des Letzlinger Betreuungsforstamtes gab es bisher drei kleinere Brände, die zusammen zirka 0,24 Hektar Brandfläche ausgemacht haben. In den Vorjahren sah es anders aus. Die Jahre 2015 bis 2019 verglichen, ist die Anzahl der Waldbrände trotz der zunehmend trockenen Witterung zwar zurückgegangen, die Brandflächen haben sich aber vergrößert. Zum Vergleich: 2015 hatte es 20 Brände, meist Kleinbrände, mit einer Brandfläche von zusammen 2,8 Hektar gegeben. Im vergangenen Jahr waren es sechs Brände, aber mit insgesamt 4,02 Hektar. Mit einer Fläche von 2,72 Hektar im Revier Solpke hatte es den größten Waldbrand 2019 in Sachsen-Anhalt im Bereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen gegeben.