Stendal l 2018 wurde der Schernikauer Storch seines Nistplatzes beraubt. Der Schornstein der ehemaligen Molkerei wurde abgerissen. Dann wurde der Storch über Uenglingen gesichtet, doch einen neuen Horst hat er nicht gebaut. „Er hat versucht, ein paar Zweige auf einen Strommast zu legen“, schilderte Hans Kübler von der Uenglinger Jägerschaft einen Versuch. Und das brachte ihn auf den Gedanken, für den Storch ein neues Zuhause in Uenglingen zu schaffen.

„Wir wollten als Jäger etwas für den Naturschutz tun“, sagte Jörg Paulsen, der auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Uenglingen ist. Neben dem Jagen, das sie auch als Naturschutz betrachten, haben die Jäger Nistkästen gebaut, Hecken gepflanzt, Floße für die Entenfütterung angeschafft. Vor allem der Rückgang der Enten macht den Jägern Sorgen. So hätte es auf den ehemaligen Klärteichen vor ein paar Jahren noch 100 Enten gegeben, jetzt seien es etwa fünf.

Feuchtwiesen bieten Futtergrundlage

„Die Waschbären machen alles kaputt“, meinte Siegfried Holzinger, ebenfalls ein Uenglinger Jäger. Sie würden bejagt, 35 seien im vergangenen Jahr außerdem gefangen worden. Die Felle werden immer begehrter. Der Deutsche Jagdverband hat eigens das Projekt „Fellwechsel“ ins Leben gerufen, um die in der Fachsprache Balg genannte Behaarung nachhaltig zu nutzen.

Bilder

Nun also ging es um den Storch. „Wir haben uns an die Naturschützbehörde im Landkreis gewandt und nach einem neuen Platz Ausschau gehalten“, schilderte Kübler das weitere Vorgehen. Zusammen mit Tina Buchmann, Sachbearbeiterin Artenschutz in der Landkreisverwaltung, guckte er sich das Gelände der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung aus. Das erfüllte gleich mehrere wichtige Voraussetzungen. Zum einen liegt es am Ortsrand, ein geeigneter Brutort, außerdem hat der Storch dort eine ungehinderte Einflugschneise. „Und es gibt mit den Feuchtwiesen ein Biotop, wo er Futter finden wird“, ergänzte Holzinger. Ohne Futter gebe es schließlich auch keine Aufzucht von Jungtieren.

Landkreis finanziert

Der Landkreis finanziert das Projekt. Artenschützerin Buchmann hatte in einem Anhänger eine Nistunterlage aus Metall und einen Korb mitgebracht, der als Fundament für den neuen Horst dient. Eine Stendaler Firma fuhr einen gebrauchten Betonmast an, den der Kreis erworben hatte. Zusammen liegen die Kosten etwa bei 1000 Euro. Allerdings würden die Bestandteile auch eine ganze Weile halten, allein der Betonmast schon deutlich länger als die Variante aus Holz. Bleibt nun nur noch abzuwarten, ob der Storch sein neues Zuhause annimmt.