Stendal l Sieben Mitglieder müssen es laut Gesetz sein und sieben Mitglieder waren es auch, die am 23. Juni 2017 den Migrantenverein Stendal gründeten. Er sollte eine Plattform für Migranten und Einheimische gleichermaßen bieten. Und das Konzept ging auf. Das zeigt sich nicht nur an der Mitgliederzahl, die schon lange mehr als verdreifacht ist, sondern auch an den vielen Aktivitäten, die der Verein auf die Beine gestellt hat. Bei einer Pressekonferenz in der Kleinen Markthalle wurden Rück- und Ausblick effektvoll präsentiert.

Die Vorsitzende des Migrantenvereins, Venus Käppler, ist eine engagierte Frau, die es auch versteht, ihre Zuhörer mitzureißen. Um die Vielfalt ihres Vereins zu demonstrieren, rief sie die einzelnen Mitglieder mit Ländernennung auf. Immerhin vereint er elf Nationen unter seinem Dach und ist damit in Sachsen-Anhalt einmalig, wie auch der Vorsitzende des Landesnetzwerkes der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, Nguyen Tien Duc, bestätigte. Während in anderen Vereinen Mitglieder aus einer Nation oder zumindest aus einer Religionsgemeinschaft zusammengefasst sind, arbeiten in Stendal Menschen aus den Philippinen oder Botswana, Christen oder Muslime am selben Ziel. Auch die Deutschen sind dabei.

Effi Briest in vereinfachter Form

So vielfältig wie die Herkunftsländer und der Glauben sind auch die geplanten Aktivitäten. Da soll es einen Internationalen Kochmarkt geben, auf dem am 9. Mai der Iran, am 1. September der Jemen gekostet werden kann. Im Unterhaltungskurs für Migranten beschäftigen sich die Teilnehmer mit einer vereinfachten Form von Effi Briest. Ein Zumbakurs für Frauen ist ebenso geplant wie mehrere Bewegungsnachmittage.

Bei Informationsveranstaltungen sollen die Sitten und Gebräuche aus anderen Ländern vorgestellt werden. Der stellvertretende Vorsitzende Gabriel Joseph gab ein Beispiel: „Hier bedeutet Daumen hoch etwas Gutes, bei uns in Indien heißt das, du kannst mich mal“.

Venus Käppler ist die Ambitioniertheit der vielen Vorhaben durchaus bewusst. Aber sie behält ihre fröhliche Art. Was dieses Jahr nicht geschafft werde, komme dann eben später dran.