Kreisstraßenmeisterei Stendal ist gut gerüstet für die kalten Tage mit Schnee und Eis

Mit 1200 Tonnen Streusalz durch den Winter

Von Anke Hoffmeister

Die Kreisstraßenmeistereien in Osterburg und Tangermünde sind für den Winter gerüstet. An beiden Standorten lagern insgesamt 1200 Tonnen Streusalz, elf Schneeflüge stehen einsatzbereit in den Hallen, um auf dem 476 Kilometer langen Kreisstraßennetz für Sicherheit zu sorgen.

Stendal/Tangermünde l "Mehr passt hier nicht rein", sagt Thomas Müller am Mittwochnachmittag und schaut auf den weißen Berg, der sich vor ihm auftürmt. Müller steht in der Streusalzlagerhalle der Kreisstraßenmeisterei in Tangermünde. Dann lässt der Sachgebietsleiter Straßenbau des Landkreises Stendal eine Hand voll Streusalz von einer Hand in die andere rieseln. "Beste Qualität", versichert er und erklärt die Zusammensetzung dieses Gemisches, das Winter für Winter auf den Straßen für Sicherheit sorgt. Grobe und feine Salzkörner bilden in Verbindung mit einer Lauge, die erst auf den Schneepflügen beigemischt wird, das perfekte Mittel, um Schnee und Glätte den Kampf anzusagen.

Für 40 000 Euro die Lager aufgefüllt

Bereits im Sommer hat sich der Landkreis für die kalte Jahreszeit gerüstet. Für 40 000 Euro wurden die Lager in Tangermünde und Osterburg aufgefüllt. Weitere 10 000 Euro kamen zum Einsatz, um neue Schürfleisten für die Schneepflüge zu kaufen. "Pro Fahrzeug haben wir zwei Ersatzleisten liegen", verrät Kreisstraßenmeister Carsten Köppe. Das sei erforderlich, da der Verschleiß sehr hoch sei.

In den vergangenen Jahren gab es sowohl extrem schneereiche als auch normale Winter. "2009/2010 haben wir 1800 Tonnen Streusalz benötigt", erinnert sich der Leiter der beiden Standorte. Das war der Winter, in dem die Salzlager leer waren, die Lieferanten nicht nachkamen und auch Ersatzteile für die Fahrzeuge schwer zu beschaffen waren.

Es gibt allerdings auch Winter, da kommen die Einsatzfahrzeuge mit 300 bis 400 Tonnen Salz aus. Um selbst für schneereichen Zeiten gut gerüstet zu sein, hat der Landkreis sich nach Aussage von Thomas Müller weitere Tonnen Streumittel gesichert. Sollten die beiden Lager leer sein, so hätte der Kreis für die vorbestellte Menge eine Liefergarantie, berichtet der Sachgebietsleiter.

Anders sieht es bei der Lauge aus, die in Tanks lagert. 40 000 Liter sind es in Tangermünde, 10 000 in Osterburg. Sind diese verbraucht, muss nachgeliefert werden.

"Wer zwischen 5 und 6 Uhr zur Arbeit unterwegs ist, fährt oft noch über unberäumte Kreisstraßen fahren."

Thomas Müller, Kreisstraßenmeisterei

Offiziell beginnt für die Kreisstraßenmeisterei am 15. November der Winter. Ab diesem Tag wissen die elf Fahrer und zwei Aufklärer, dass sie jederzeit mit den Räum- und Streufahrzeugen zum Einsatz gerufen werden können, dass Wettervorhersagen ihren Alltag bestimmen.

Für die sogenannten Erkunder beginnt der Arbeitstag bei entsprechendem Wetter um 3 Uhr. Gut eine Stunde später sitzen die Fahrer auf den elf Schneepflügen und beräumen nach Plan das Kreisstraßennetz. Sechs Fahrzeuge sind in Tangermünde, fünf in Osterburg im Einsatz.

Jeder Fahrer kennt sein Gebiet, weiß, wo er zuerst, wo zuletzt räumen und streuen muss. "Wer zwischen 5 und 6 Uhr zur Arbeit unterwegs ist, fährt oft noch über unberäumte Kreisstraßen fahren", erklärt Thomas Müller.

Eine Stunde später sieht das schon wieder ganz anders aus. Pünktlich zum Schülerverkehr und zur Hochzeit des Berufsverkehrs sind die Hauptzubringerstraßen zu den Bundesstraßen geräumt.

Das beste Streubild bei 35 bis 40 Stundenkilometern

Während dieser Verkehr dann rollen kann, begeben sich die Räumfahrzeuge auf die weniger befahrenen Kreisstraßen. "Bei normalen Bedingungen setzen wir 20 Gramm pro Quadratmeter ein", erklärt Carsten Köppe. "Bei einem Tempo von 35 bis 40 Kilometern pro Stunde ergibt das das beste Streubild".

Doch es gibt eine Tatsache, an der der Winterdienst nichts ändern kann. Schwarze Straßen gibt es meist nur dort, wo viele Autos unterwegs sind.