Cont-Trans mischt mit

Bei der Neuvergabe zur Entsorgung des Leichtverpackungsmülls („Gelbe Tonne“) im Landkreis Stendal für die Zeit ab 2018 wird die Firma Cont-Trans wieder ihren Hut in den Ring werfen. Man werde sich selbstverständlich an der Ausschreibung beteiligen, sagte Firmenmitarbeiter Norman Mattke auf Anfrage. Man habe für die Anschaffung von Tonnen mehr als 1,5 Millionen Euro investiert. Von daher sei es klar, dass die Firma auf den erneuten Zuschlag hoffe. Cont-Trans ist seit Januar 2015 für die Entsorgung zuständig. Die Ausschreibung wird vom Systembetreiber Landbell gemacht, der die Zuständigkeit vom Dualen System Deutschland (DSD) übernimmt. Eine Abstimmungsvereinbarung zwischen dem Landkreis und Landbell ist gerade gescheitert. Somit bleiben die bestehenden Regelungen gültig.

Stendal l Nach jedem Abfuhrtermin für die Gelbe Tonne ist es zu beobachten. Es bleiben in den Straßen viele Gelbe Säcke stehen und werden nicht entsorgt. In einem Fall lagen Ende April in Stendal in der Tangermünder Straße rund 70 Säcke – und wurden am Ende vom Bauhof abgefahren und zur Annahmestelle des Landkreises in der Osterburger Straße gebracht.

Aber wie ist nun eigentlich die Rechtslage? Muss Cont-Trans nicht nur die Tonnen entleeren, sondern auch anstandslos alle Säcke mit nehmen? Die Volksstimme hakte nach.

„Wir sind ein Tonnengebiet“, sagt Norman Mattke, der Systembeauftragte bei Cont-Trans in Tangerhütte. Entsprechend sei der Leichtverpackungsmüll in die bereitgestellten Tonnen zu tun. Gelegentlich von Privathaushalten zugestellte Säcke würden in der Praxis aus Kulanz mitgenommen. Bei größeren Haufen und bei einer Regelmäßigkeit sei dies nicht der Fall.

Vertrag deckt Vorgehen der Firma

Nach der Vertragssituation ist das Vorgehen der Firma korrekt. „Gelbe Säcke werden durch den Entsorger nicht bereitgestellt. Der Einsatz eines nicht in der Systembeschreibung abgestimmten Sammelsystems wird durch das duale System nicht toleriert“, teilt der Landkreis auf Anfrage mit. Und das Umweltministerium in Magdeburg sagt klipp und klar: „Säcke müssen nicht mitgenommen werden.“

Allerdings: „Bei einem dauerhaften Mehrbedarf muss eine weitere Tonne unentgeltlich aufgestellt werden“, sagt Kreispressesprecherin Angela Vogel. Inwiefern allerdings das Bereitstellen zusätzlicher Tonnen klappt, ist fraglich. Es haben sich mehrere Bürger an die Volksstimme gewandt, die darüber berichten, dass sie eben keine weitere Tonne zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Nach Angaben des Systembetreibers Duales System Deutschland (DSD) hat Cont-Trans mit Stand 31. Dezember 2016 im Landkreis Stendal insgesamt 48.008 Tonnen aufgestellt. Im Vergleich dazu gab es 47.647 Restmülltonnen verschiedener Größen, die von der ALS Dienstleistungsgesellschaft 2016 im Umlauf waren.