Stendal l Frühestens im September wird das neue Winckelmann-Museum seine Pforten öffnen. So sicher ist man sich bei der Winckelmann-Gesellschaft nicht, Fakt ist, dass die Eröffnung nicht am 26. Mai stattfinden wird. „Es gibt noch keinen neuen Termin, wir müssen uns erst noch einmal zusammensetzen“, sagte Museumsleiterin Stephanie-Gerrit Bruer gegenüber der Volksstimme. Baufachliche Gründe seien die Ursache für die Verzögerung.

Schäden erst spät entdeckt

Das bestätigte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Nachfrage. „Es handelt sich um dieselben Gründe wie schon in der Sondersitzung des Stadtrates angeführt wurden“, sagte er. Im September zeichnete sich ab, dass der Neu- und Umbau des Museums nicht reibungslos verlaufen würde. Um rund eine halbe Million Euro hatten sich die Baukosten erhöht.

Georg-Wilhelm Westrum, Leiter des Amtes für Stadtumbau und Sanierung, und Architekt Michael König hatten erläutert, dass zum einen die Preise in der Baubranche gestiegen seien, vor allem aber sich nicht absehbare Schäden gezeigt hätten wie zerfressene Holzbalken, weil eine umfassende Untersuchung der Bausubstanz bei laufendem Museumsbetrieb nicht möglich gewesen sei.

Stadtrat stimmte zu

Am Ende einer emotional geführten Debatte, in der Fraktion von SPD/FDP/Piraten/Ortsteile war sogar von Erpressung die Rede, stimmte der Stadtrat dem Nachschlag zu. Das Votum von 21 Ja-Stimmen bei acht Gegenstimmen und einer Enthaltung war zwar deutlich, zeigte aber auch die Skepsis. Die Stadt trägt zehn Prozent der Baukosten in Höhe von 2,8 Millionen, das Land ist mit 90 Prozent dabei.

„Die Verzögerung ist sehr ärgerlich“, meinte Hardy-Peter Güssau, Vorsitzender der Fraktion CDU/Landgemeinden, gegenüber der Volksstimme. Die Stadträte hätten das auch schon befürchtet. Während Güssau sich aber für den Nachschlag ausgesprochen hatte, weil es ein „katastrophales Signal wäre, wenn der Stadtrat Winckelmann die Gefolgschaft versagt, war Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile schon im September dagegen. „Es ist doch jetzt eine spannende Frage, ob es auch noch teurer wird“, sagte er im Stadtsprecher Krüger hatte sich in dieser Frage bedeckt gehalten, die Gewerke seien noch am Arbeiten.

Schwarzer Peter für Gesellschaft

Wollmann findet die Verzögerung und mögliche erneute Kostensteigerung peinlich. Nun stelle sich die Frage, wer sich angesprochen fühlen müsse. Seiner Meinung nach die Winckelmann-Gesellschaft. Geisteswissenschaftler könnten wohl keine Baupläne aufstellen. Mehr Geld sei aus dem Stendaler Haushalt jedenfalls nicht zu bekommen.

Joachim Röxe, Fraktionsvorsitzender von Die Linke/Bündnis 90-Die Grünen, versucht die Situation pragmatisch zu sehen: „Natürlich ist das bedauerlich, aber leider auch nicht zu ändern