Stendal (vs) l „Es beginnt mit weißen Kreidekreuzen, die zwei Personen auf dem Platz an der Sperlingsida auf die Pflastersteine zeichnen. Nach und nach stellen sich Personen auf den Kreuzen auf, drei tragen Warnwesten, es scheint so als würde gleich etwas passieren“, beschreibt Maike Simla, Koordinatorin des Netzwerkes Respekt, die Momente vor dem „Smartmob“ am Sperlingsberg in Stendal. Eine Versammlung mit einer sozialen Botschaft – ein Zeichen gegen Diskriminierung.

Die Szene geht weiter. Vereinzelt halten Teilnehmer Schilder hoch, auf denen begriffe wie „Hass“, „Vorurteile“ oder „Mobbing schadet meiner Gesundheit“ stehen. Zwei Minuten Schweigen. Dann werden die Schilder zerrissen. Es tauchen positive Begriffe wie „Respekt“, „Wertschätzung“ und „Toleranz“ auf. Eine Person ruft: „Gemeinsam für Teilhabe und gegen Diskriminierung“.

Diskriminierung im Landkreis Stendal

„In unserem Landkreis erleben viele Menschen immer wieder Diskriminierung, zum Beispiel in Form von schlechterer Behandlung, Ausgrenzung oder Barrieren“, so Maike Simla in einer Pressemitteilung des Netzwerkes Respekt.

Eine Teilnehmerin am „Smartmob“ am Sonnabend war Denise Schmidt. „Ich habe am Smartmob teilgenommen, weil ich möchte, dass sich der Öffentliche Personennahverkehr verbessert. Wenn ich mit meinem Rollstuhl an der Bushaltestelle stehe, wünsche ich mir, dass die Rampe ausgeklappt wird, ohne ewig zu diskutieren.“ Mit solchen Erfahrungen ist Denise Schmidt nicht alleine, so Maike Simla. Sie erklärt, dass solche Aktionen dazu bewegen sollen, mehr hinzuschauen, wenn Menschen im Alltag diskriminiert werden.